Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Ende der Preisspirale noch nicht in Sicht

Die Preisbewegung am Freitag deutet darauf hin, dass sich die Preise in dieser Woche weiter aufwärts bewegen werden. Die Märkte bleiben bei unveränderter Nachrichtenlage bullisch.

Das weltweit nachfragestärkste Quartal des Jahres hat begonnen. Angesichts der angespannten Angebotslage und der potentiellen Störungen ist kaum damit zu rechnen, dass der kurzfristige Aufwärtstrend, der den langfristigen Aufwärtstrend an Steilheit übersteigt, in den kommenden zwei Monaten ein Ende findet. Die einzige Hoffnung liegt nach wie vor auf einer Teilfreigabe der strategischen US-Reserven. Doch das Weiße Haus gibt sich bedeckt. Außer einer Leihgabe an einige Gesellschaften ist kein Zeichen für den erlösenden Schritt zu erkennen.

Derweil streiten die Gelehrten, ob der Ölpreis der Konjunktur längerfristig schadet. Anfang der 1980er Jahre tat er es. Damals lag der reale Ölpreis allerdings noch deutlich über dem diskontierten Preis von heute. Außerdem war zumindest in Deutschland die Abhängigkeit vom Öl erheblich höher. Ein Effekt in der Zeit war das verstärkte Engagement in erneuerbare Energien und in Energiesparprogramme. Davon ist momentan nicht viel zu spüren. Insbesondere die Energiefresser der Welt USA, China und Indien lassen diesbezüglich keine besonderen Anstrengungen erkennen.

Für die G7-Finanzminister ist die Ursache des Problems indes klar. Die Spekulanten tragen den Schwarzen Peter. Ihnen will man mit mehr Transparenz die Grundlage des Treibens entziehen. Mehr Transparenz ist uneingeschränkt wünschenswert. Denn wenn die OPEC und sogar die europäische IEA (Internationale Energie Agentur) bis vor wenigen Wochen noch ein Überangebot an Rohöl meldeten, gleichzeitig aber die Vorräte fallen, scheint einiges im Informationsstrom schief zu laufen. Man muss sich fragen, warum die großen Spekulanten die Lage so viel besser erkennen als die ausgewiesenen Experten. Investmentfonds engagieren sich ja nicht blind in einem Markt. Es bedarf schon eines fundamentalen Potentials, damit sie ihr Geld dort hineinschieben. Das fundamentale Potential ist nun einmal die knappe Versorgungslage. Gegen die hilft kein Schimpfen auf Spekulanten sondern nur eine konzertierte Aktion von Politik und Energiewirtschaft. Wer Investitionen in neue Ölanlagen verlangt und parallel regenerative Energien stärken will, muss den Rahmen für einen Investor so gestalten, dass er solide planen kann. Das fehlt insbesondere in den USA. Und das nutzen Spekulanten aus.

Im Moment ist der Ölpreis sicher überzogen. Er wird im Verlauf des Winters aller Voraussicht wieder unter den aktuellen Spitzenwert fallen. Wie viel Anteil die gescholtenen Investmentfonds tatsächlich am aktuellen Preishoch haben, lässt sich nur schwer ausmachen. Die Anzahl der von ihnen gehaltenen Kontrakte auf steigende Kurse war im Jahresverlauf deutlich höher als heute. Kleine Spekulanten setzen sogar auf fallende Kurse. Die von ihnen gehaltene Zahl der entsprechenden Kontrakte hat einen Jahreshöchstwert erreicht. Aber die Preise fallen trotzdem noch nicht. Sie werden von der Sorge über einen plötzlichen Wintereinbruch, der die Heizölversorgung überfordern könnten, und von maßlosen Einkäufen Chinas als Unterstützung für die marode Stromversorgung getragen. Darüber hinaus verstärkt jeder Ausfall aus politischen oder wetterbedingten Gründen den Effekt.

Der Dollarkurs macht sich allem Anschein nach für einen kleinen Abwärtstrend bereit. Eventuell dämpft er die aufsteigenden Ölpreise ein wenig.

Unsere Heizölpreise lassen keinen nennenswerten Rückgang erwarten. Neben den hohen Weltmarktpreisen werden sie von einer angespannten Marktlage im Inland hoch gehalten. Eventuell lockert sich diese am Monatsbeginn etwas auf. Vor dem Winter wird sie aber sicher noch für die eine oder andere Preissteigerung sorgen und Einkäufe bisweilen zu einem zeitlichen Problem werden lassen. Die Empfehlung lautet daher: Wer es sich auf Grund seines Vorrats leisten kann, sollte sich in den kommenden Wochen aus dem Geschäft heraushalten und erst im neuen Jahr wieder um den Heizölkauf kümmern.

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