Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Energiewende ist schlau

Wenn es keine Ereignisse gibt, die den Ölpreis treiben, ist der Ölpreis das Ereignis. Gestern gab es weder ein Ereignis, noch war der Ölpreis eins. Gestern war Feiertag in New York. Es wurden nur wenige Ölkontrakte gehandelt. Der Ölpreis blieb annähernd konstant. Immerhin bedeutet das, dass sein Abwärtstrend noch intakt ist. Auf günstigeres Öl zu setzen, ist nicht nur ein Ausdruck unverbesserlicher Sturheit, sondern eine Handlung im Trend. Dass die keine Garantie für den Erfolg in sich trägt, versteht sich von selbst. Schließlich folgt sie dem absurden Spiel der Börse. Dort ist alles möglich und wenig vorhersagbar. Die Protagonisten selbst sind der Beweis dafür. Viele namhafte Finanzjongleure erwarten nachgebende Notierungen. Goldman Sachs erwartet das Gegenteil.

Die IEA (Internationale Energie Agentur) sieht ihre vor Kurzem initiierte Freigabe strategischer Reserven als Erfolg an. Die Preise sanken danach spürbar. Goldman Sachs und andere Spekulanten kritisieren die Sache, da sie nur einen temporären Effekt erwarten. Die Preise sind schon wieder annähernd dort, wo sie vor der Aktion waren. Ende letzter Woche wurde von sehr hohem Kaufinteresse und von Überzeichnung der Auktion berichtet. Nun heißt es, dass lediglich zwei Drittel der freigegebenen Mengen einen Abnehmer finden. Die Berichterstattung geht nicht als solche durch. Sie ist eine Gerüchteerstattung. Damit lebt die Börse ganz gut. Sie kann sich selbst und ihre Preismacherei zum Ereignis erheben.

Die reale Lage am Ölmarkt folgt mangels harter Fakten allerhand Gerüchten. Faktisches gibt es nur bis zur Gegenwart. Und da wird eine das Angebot übersteigende Nachfrage sichtbar. Wer daraus einen in die Zukunft gerichteten Trend ableitet, kommt zu dem gleichen Schluss wie Goldman Sachs. Die Ölpreise müssen steigen. Die lineare Fortsetzung des Trends ist allerdings nur ein Modell unter vielen. Es kann auch ein anderes richtig sein. Hier ersetzt der Glaube das Wissen.

Überhaupt ist der Glaube die entscheidende Kraft für den Fortgang der Preise, der Glaube nicht im klerikalen, sondern im säkularen Sinn. Wenn die involvierte Menschheit mehrheitlich glaubt, dass die Wirtschaft weiterhin aufblühen wird, hat sie beste Voraussetzungen aufzublühen. Weil man an ihr Aufblühen glaubt, wird man ihr den zum Aufblühen nötigen Kredit geben. In China und Indien funktioniert das prächtig. In Griechenland ist der Glaube abhanden gekommen. Kaum jemand glaubt an die Fähigkeit der Griechen, ihre Wirtschaft noch einmal zum Blühen zu bringen. Deshalb sind die in sie gesetzten Kredite verloren. Die Übung besteht nun darin, den Verlust so zu gestalten, dass er nicht weiteren Glauben erschüttert. Das wird kaum möglich sein, da der Glaube an die USA bereits erschüttert ist. Dort weist man zur Ablenkung auf Spanien, Portugal und Italien. Das hilft dem Glauben insgesamt nicht, im Gegenteil es erschüttert ihn noch tiefer. Und dann ist da noch die Ahnung, dass der Stoff, der die Wirtschaft bisher so erfolgreich machte, knapp wird. Es ist das Öl. Der Glaube ist kaum zu retten. Das ist schlecht für die Wirtschaft und gut für den Ölpreis, denn ohne Glauben kann er nicht steigen. Wenn in China und Indien weithin mehr Menschen an das Aufblühen der Wirtschaft glauben als in anderen Teilen der Welt zweifeln, wird sich der Ölpreis allerdings anders entwickeln als die Zweifler das erwarten. Er kann sehr wohl steigen. Ist es nicht schlau, in dieser Lage an die Energiewende zu glauben?

Mit den Chinesen und Indern, sie stehen hier als Synonym für alle aufstrebenden Länder, glauben einflussreiche Menschen in den alten Industrienationen an das Aufblühen der Wirtschaft. Einige von Ihnen sitzen in Ölgesellschaften. Sie geben ihrer Branche soviel Kredit für Exploration und Produktionsaufbau wie niemals zuvor. Natürlich erwarten sie, dass dieser Kredit mit Gewinn zurückgezahlt wird. Das geht nur bei steigenden Ölpreisen.

Hierzulande glaubt die Regierung übrigens nicht wirklich an die von ihr selbst beschlossene Energiewende. Das wird an ihrem Forschungsetat deutlich. Der sieht weiterhin mehr Geld für die Atomenergie vor als für Energieeffizienz und erneuerbare Energieträger. Wenn Sie der Regierung glauben, dass die zukünftige Mobilität elektrisch sein wird, sollten Sie sie einmal fragen, wie sie sich die Heizung der Autos im Winter vorstellt. Dann wird nämlich mehr Energie für die Fahrzeugerwärmung als für die Fortbewegung benötigt. Der Nutzer hat die Wahl zwischen Fahren und Frieren oder Stehen und wohl Temperieren. Damit die Energiewende den Glauben und schließlich die Wirtschaft beflügelt, gilt es mindestens die offensichtlichsten Zweifel aus dem Weg zu räumen. Andernfalls droht auch uns am Ende so etwas wie die griechische Tragödie.

Heute Morgen gibt es Zeichen, dass die Ölpreise tatsächlich ihrem gültigen Trend folgen wollen. Zur Stunde fallen sie. Die Tonne Gasöl kostet 942 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,56 Dollar und in London zu 110,89 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 69,11 Eurocent.

Unsere Heizölpreise hielten sich in den letzten Tagen mit jedweder Bewegung zurück. Sie warteten auf Vorgaben von den Börsen. Nun kommen diese wieder und man darf mit einer gewissen rationalen Berechtigung hoffen, dass sie zur Freude der Verbraucher beitragen. Bei kurzfristiger Betrachtung folgen sie nämlich nach wie vor einem Abwärtstrend. Mittelfristig kann man alles Mögliche in den Preischart hineininterpretieren, auch einen Seitwärtstrend. Langfristig gehen die Preise aufwärts. Das wird im Dreijahreschart für Heizöl (Nord, Ost, West, Süd) deutlich. Der günstige Kauf liegt demnach in der nahen Gegenwart. Wir raten dazu, die Lage eng zu beobachten und den Moment zu nutzen. Automatisierte Hilfe finden Sie hier. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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