Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Entschleunigungsprogramm

Die weise Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, sich durch nichts und niemanden davon abhalten zu lassen, die Fälle Fiskalpakt und ESM genau zu prüfen und sich trotz anders lautenden Titels des Verfahrens nicht zur Eile drängen zu lassen, bremst die Finanzmärkte aus. Das System brach nicht zusammen. Die Notierungen bewegten sich gestern relativ schwach. Die Einlassungen des Bundesfinanzministers und des Bundesbankchefs ließen anderes erwarten. Die Herren sind so tief im Sektierertum der Finanzszene verstrickt, dass ihnen der Bezug zur Realität abhanden kam. Das Gericht bietet ihnen nun die Chance zur Selbstreflexion und zur Rückkehr an. Im Ölmarkt breiten sich derweil beruhigende Einflüsse aus. Der Streik in Norwegen ist abgewendet. China importierte im Juni deutlich weniger Öl als zuvor. Die Weltkonjunktur entwickelt sich schwächer als erwartet, so dass die Nachfrageschätzungen reduziert werden können. Die EIA (US-Energieministerium) macht genau das in ihrem neuen Monatsbericht. Neben mehrheitlich bärischen Veränderungen zum Vormonat nennt sie mit dem Rückgang der OPEC-Produktion im Allgemeinen und der Iran-Produktion im Speziellen auch bullische Aspekte. Die Quantität des iranischen Rückgangs lässt allerdings nicht erkennen, dass das Land vom Rest der Welt isoliert sein soll. Aus Verbrauchersicht bewegen sich die Ölnotierungen unbefriedigend. Zwar gaben sie gestern nach. Aus charttechnischer Sicht lässt sich aber keine solide bärische Lage konstatieren. So wird das nichts mit der Rückkehr zum Abwärtstrend.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Stützungsaktionen von Notenbanken
Irans Öllieferungen werden boykottiert
Kriegsgefahr zwischen Syrien und der Türkei
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Serie schwacher Konjunkturdaten weltweit
Streik in Norwegen beendet
OPEC produziert über Quote
Hohe Ölbestände weltweit
China importiert Öl aus dem Iran
Schuldenkrise in den alten Industrieländern

Unsere Heizölpreise geben nach. Spürbar ist das kaum. Der entsprechende Impuls von den Ölbörsen wurde durch den Anstieg des Dollars weitgehend kompensiert. Im Binnenmarkt änderten sich die Preis kaum, obwohl die Kaufwelle beendet ist. Handel und Vorlieferanten haben noch so viel zu tun, dass sie keine Veranlassung sehen, über die Preise für Aufträge zu sorgen. Die entsprechende Wendung dürfte noch zwei bis drei Wochen auf sich wartenlassen. Ob Heizöl dann billiger werden kann, ist alles andere als sicher. Die Finanzszene arbeitet schon wieder an einem bullischen Grundtenor. Gegen den hilft derzeit keine schwache Konjunkturprognose. Insgesamt schließen wir daraus, dass in den kommenden Wochen wenig Preisbewegung beim Heizöl zu erwarten ist. Die Fortsetzung des Abgangs ist aus heutiger Sicht suspendiert. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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