Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Es geht auch ohne den Iran

Die Wirtschaftsprognosen für dieses Jahr sind vielfältig. Zwischen Wachstum und Rezession ist alles möglich. Europa wird schlechter gestellt sein als die USA. Die Schwellenländer ziehen aufwärts. In den letzten Tagen wird im Devisenmarkt eine andere Grundlage gehandelt. Der Euro steigt gegenüber dem US-Dollar. Rezession ist offensichtlich kein Thema. Der langfristige Trend spricht dem Dollar aber tatsächlich Stärke zu. Dass das gerechtfertigt ist, darf bezweifelt werden. Weder die wirtschaftliche Dynamik noch der öffentliche Schuldenstand der USA lassen einen Vorteil gegenüber Europa erkennen. Nicht einmal die politische Einheit der Vereinigten Staaten verspricht angesichts fundamentalistischer Streitsucht vieler Volksvertreter eine bessere Steuerbarkeit des Landes als der EU. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gaukelt eine bessere Lage vor, als die Realität halten kann. Die Arbeitslosigkeit hat sich zum größten Problem seit 70 Jahren entwickelt. Freude über gute Zahlen ist bei Licht betrachtet allenfalls Erleichterung über das Ausbleiben noch schlechterer Zahlen.

Bei der Ölnachfrage ist die Prognosespanne enger. Wachsen soll sie. Eventuell wird sie weniger stark wachsen als bisher angenommen. Die USA sollen bescheiden zum Wachstum beitragen. Allein das Wort „bescheiden“ ist eine Provokation. Real stellt sich die Lage für die USA noch schlechter dar. In der letzten Woche lag die Nachfrage 7,2 Prozent unter Vorjahresniveau. Das Angebot übertraf die Nachfrage um 9,5 Prozent. Am Weltmarkt wird weniger Öl eingekauft. Gleichwohl sinken die Bestände kaum. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) meldeten für die abgelaufene Woche unstimmige Zahlen. Sie lauten wie folgt:

Rohöl: -3,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,7 (DOE) bzw. ein Abbau von 1,4 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf 84 Prozent gesunken. Die Gesamtbestände sind vier Prozent geringer als vor einem Jahr.

Vor diesem Hintergrund können die USA in der Iran-Ölboykott-Frage harte Forderungen formulieren. Für einige europäische Staaten sind die bedrohlich. Ihre Ölversorgung würde bei einer schnellen Realisierung des Boykotts zusammenbrechen. Sie benötigen Zeit, um sich andere Lieferanten zu suchen. Die Umsetzung des Bezugsstopps wird zwischen Juli und Oktober erwartet. Bereits früher wird die Belieferung des Irans mit Kraftstoff eingestellt. Das Land ist auf Importe angewiesen, weil es keine ausreichende Raffineriekapazität zur Eigenversorgung hat. Ziel des Boykotts ist ein Einlenken in der Atomfrage. Wunsch des Boykotts wird es sein, dass das Volk bei einer zunehmend schlechteren Versorgungslage gegen das Regime aufbegehrt.

Nach Lage der Dinge kann die Welt temporär auf iranisches Öl verzichten. Wenn es keine weiteren Ausfälle geben sollte, wäre die Ölversorgung für 2012 gesichert. Eine gewisse Entspannung kommt in der angespannten Situation vom Irak. Er kündigt eine Ausweitung seiner Lieferfähigkeit um knapp eine Mio. Barrel pro Tag an. Langfristig sollen es sogar fünf Mio. Barrel pro Tag werden. Dass der Plan aufgeht und dass es keine weiteren Lieferausfälle gibt, ist allerdings sehr unwahrscheinlich. So sind auch in 2012 Phasen deutlich anziehender Preise zu erwarten.

Heute Morgen ist davon wenig zu spüren. Die Preise steigen zwar. Die Bewegung bleibt aber innerhalb des Seitwärtstrends. Die Tonne Gasöl kostet 956,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 100,67 Dollar und in London zu 111,96 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,05 Eurocent.

Unsere Heizölpreise fallen weiter. Sie drosseln aber die Geschwindigkeit. Die Ölnotierungen weisen leicht aufwärts. Der Preisrückgang wird über den Dollar eingebracht. Dieser Umstand mag noch ein paar Tage anhalten. Von Dauer wird er nicht sein. Im besten Fall wird Heizöl innerhalb einer Spanne von 75 bis 90 Cent bei 3000 Liter Liefermenge seitwärts ziehen. Wenn es schlecht läuft, wird die Marke von einem Euro in diesem Jahr erreicht werden. Deshalb sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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