Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Es war eine große Börsenshow

Gestern war ein Tag der Extreme an den Ölbörsen. In den Morgenstunden schossen die Kurse in die Höhe, als gäbe es kein Öl mehr. Kurz vor 9:00 Uhr drehte die Richtung. Bis zum Abend sanken die Notierungen unter die Endstände des Vortages. Ein Ereignis, das das Verhalten rechtfertigen könnte, gab es nicht. Allenfalls die Tatsache, dass nun Klarheit über das Ausmaß der Lieferausfälle Libyens herrscht, ist bemerkenswert. Die Fehlquote liegt bei 75 Prozent oder 1,3 Mio. Barrel pro Tag. Das entspricht 1,5 Prozent des Weltölbedarfs. Der vorsichtige Investor musste von einem Totalausfall ausgehen. Diese Annahme war der Preistreiber der letzten Tage. Insofern ist die gestrige Show wieder einmal der Kategorie Absurdes Börsentheater zuzuschreiben.

Die IEA (Internationale Energie Agentur) gab bekannt, dass sie über ausreichend Reserven verfüge, um Libyens Ausfälle 145 Tage lang zu kompensieren. Darüber hinaus konnte sie Saudi Arabien zur Anhebung der Lieferungen bewegen, so dass die Verwendung der Reserven kaum erforderlich sein wird. Auch diese Meldungen sollten den kundigen Investor keinesfalls überraschen. Gleichwohl gelten sie als Auslöser des Preisrückgangs.

In Libyen geht die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Noch-Regierung und Volk derweil weiter. Sie wird die Spekulantenseele noch einige Zeit beschäftigen. Vor diesem Hintergrund verlieren andere Nachrichten ihre Bedeutung. Eine dieser Nachrichten waren die Meldungen über die US-Ölbestände. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben Abbauten zu Protokoll, die man leicht bullisch bewerten könnte.

Rohöl: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 3,3 (DOE) bzw. 1,9 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt nur noch 81 Prozent.

Heute Morgen dreht die Preisbewegung erneut. Die Notierungen ziehen wieder an. Es ist denkbar, dass die sie nach den gestrigen Exzessen wieder einen geordneten Aufwärtstrend aufnehmen werden. Im Vergleich zum Aufwärtstrend der letzten Wochen wird dieser steiler verlaufen. Von der Sucht, am Öl Geld zu verdienen, lässt sich die Finanzszene nicht befreien. Die Tonne Gasöl kostet 943 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98,37 Dollar und in London zu 112,91 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,34 Eurocent.

Unsere Heizölpreise zappelten gestern gewaltig auf und ab. Die Lage war zunächst so unübersichtlich, dass wir von Käufen abrieten. Bis zum Abend stellte sich ein relativ moderater Preisanstieg ein. Wir gehen davon aus, dass der Aufwärtstrend weitergehen wird. Deshalb gilt heute wieder der Satz, lieber früher als später Heizöl zu ordern. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen