Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Es war eine gute Woche für Verbraucher

Auch am Freitag gaben die Kurse nach. Damit ging eine verbraucherfreundliche Woche zu Ende. Am Weltmarkt verloren die Preise 8-10%. Das Potential für ein weiteres Abschmelzen der Preise wird nun geringer. Denn insgesamt hat sich an der Marktlage nichts geändert. Der bullische Einfluss wird auf absehbare Zeit das Geschehen dominieren. Der Dollar bewegte sich in der abgelaufenen Woche seitwärts. Er entwickelte sich stärker als die Mehrheit der Analysten das für möglich gehalten hätte.

Die IEA (Internationale Energie Agentur) nimmt die Lage sehr ernst. Nach ihrer Ansicht funktioniert der Ölmarkt nicht mehr richtig. Die hohen Preise können die Nachfrage nur unzureichend dämpfen. Daran sind u.a. Subventionen in einigen asiatischen Ländern Schuld. Verbraucher bezahlen dort nicht den realen Preis für Heizöl, Diesel und Benzin. Das behindert das natürliche Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage. Die Subventionen müssen weg.

Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket zur Einschränkung des Verbrauchs wandte sich Claude Mandil, Chef der IEA, an die Öffentlichkeit. Das Paket beinhaltet Vorschläge wie Fahrverbote, Geschwindigkeits-beschränkungen, spezielle Fahrbahnen für PKW mit Fahrgemeinschaften, Senkung oder Verzicht auf Fahrpreise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Verstärkung der Arbeit zu Hause mit Telearbeitsplätzen und die Verkürzung der Arbeitswoche. Die Maßnahmen zielen im Wesentlichen auf den Verkehrssektor. Eine Entlastung hätte aber Auswirkungen auf den gesamten Ölkomplex.

Insbesondere die Forderung nach einem Abbau von Subventionen fällt in einigen Ländern auf fruchtbaren Boden. Der Iran und Nigeria wollen das durchsetzen. In Nigeria kommt es aber aus diesem Grund immer wieder zu Streiks. Die Bevölkerung will nicht mitziehen. In China, Indonesien und Malaysia wurden die Subventionen bereits gekürzt.

Die OPEC bemüht sich um eine Aufstockung der Fördermengen. Doch kurzfristig ist kein nennenswerter Aufbau mehr möglich. Die zur Verfügung stehenden Anlagen arbeiten an ihrer Kapazitätsgrenze. Z.Z. sieht es so aus, als stelle Rohöl kein Problem dar. Die Lager sind gut gefüllt. Problematischer ist es dagegen bei den Produkten Heizöl, Diesel und Benzin. Die unzureichenden Produktionsanlagen werden auch in den kommenden Jahren für Preisschub sorgen.

Alles schon einmal da gewesen, ist die Meinung des OPEC-Präsidenten Al Sabah. Mitte der 1990er Jahre verdoppelte sich der Ölpreis. Zwischen 1997 und 1999 verlor er über 50% an Wert. Ein qualitativ ähnliches Preisszenario ist auch diese Mal naheliegend. Früher oder später werden die nun angelaufenen Investitionen in Förder- und Produktionsanlagen zu einem deutlich höheren Angebot führen. Wenn gleichzeitig die von der IEA geforderten Maßnahmen eingeführt werden, würde es vermutlich am Ende des Jahrzehnts ein Überangebot geben mit der Konsequenz eines Preisverfall.

Bis dahin ist es noch lang. Aktuell haben die auf höhere Preise spekulierenden Fonds die Anzahl ihrer entsprechenden Positionen erneut ausgebaut. Rohöl und Benzin stehen auf einem Rekordüberhang für Long-Kontrakte. Eigenartigerweise hat die Welle das aus Versorgungssicht am stärksten gefährdete Heizöl (Diesel und Kerosin werden hiermit abgedeckt) noch nicht erreicht.

Aus charttechnischer Sicht ist ein guter Teil des Abwärtspotentials innerhalb des Aufwärtstrends abgebaut. Der Rohölpreis befindet sich nahe der Mitte des langfristigen Trendkanals. Der Heizölpreis ist bereits tiefer gesunken. Die Wahrscheinlichkeit, dass in Kürze eine Umkehr ansteht, ist groß.

Heute Morgen gibt sich der Markt neutral. Gasöl kann den Rückgang nicht weiter ausbauen. Die Tonne kostet 482,50$. Immerhin, gegenüber dem letzten Montag ist das ein Verlust von 46,50$ oder 8,8%.

Unsere Heizölpreise geben leicht nach. Nach unserer Ansicht ist durchaus mehr Rückgang möglich. Allerdings wachsen nun wieder die Gefahren für einen plötzlichen Schwenk zu höheren Preisen. Wie schnell der durchschlagen kann, wurde in der jüngeren Vergangenheit häufig demonstriert. Daher glauben wir, die aktuellen Preise als Kaufpreise empfehlen zu können. Wenn man etwas Geduld für die Belieferung hat, kann man zudem den Vorteil aus niedrigen Logistikkosten einstreichen. Der ist im Gegensatz zu Spekulationseinsparungen absolut sicher.

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