Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Explosionsartiger Preisanstieg

Der Markt wartete auf Impulse und er bekam sie. Sie waren nicht bedeutend, aber sie reichten aus, um der verhaltenen Kursentwicklung Flügel zu verleihen. Im Freitagshandel stiegen die Futures für US-Rohöl um über 6%. Es handelt sich um einen der größten Preisanstiege der Geschichte.

Die Nachrichten kamen aus dem Irak und aus Venezuela. Die Preise machten große und kleine Spekulanten, allen voran Rentenfonds in den USA. Der fulminante Anstieg wurde allerdings nicht von einem großen Handelsvolumen getragen. Daher liegt die Vermutung nahe, dass es in den kommenden Tagen zu Korrekturen und zu heftigen Preisausschlägen als Folge der ersten Preisexplosion kommen wird. Die Bewegung des Ölpreises ging mit einem kräftigen Verfall des Dollars einher. Der reichte allerdings bei weitem nicht aus, um eine deutliche Teuerung von Ölprodukten hierzulande zu verhindern.

Aus dem Irak wurde eine Explosion an einer Rohölpipeline nahe Tikrit, der Heimatstadt Saddam Husseins, gemeldet. Die Nachricht liest sich nicht anders als die sonst üblichen Meldungen über Sabotage, die den Wiederaufbau der Ölindustrie so schwer machen. Am Samstag wurde von der amerikanischen Besatzungsadministration hinterhergeschoben, dass alles nicht so schlimm sei und die Ölproduktion kaum unter dem Vorfall leiden werde. Irakische Ölfachleute geben an, dass die durch die betroffene Pipeline versorgte Raffinerie wegen früherer Sabotageakte nur bei ca. 70% ihrer Leistungsfähigkeit arbeitete. Aus dem Irak werden derzeit täglich 0,7 bis 0,8 Mio. Barrel Rohöl exportiert. Vor dem Krieg waren es 2,2 Mio. Barrel pro Tag.

Aus Venezuela wird gemeldet, dass eine Raffinerie, die für die Benzinversorgung der USA von großer Bedeutung ist, aller Voraussicht nach zu ungeplanten Wartungsarbeiten geschlossen werden muss. Das würde die ohnehin kritische Benzinlage in den USA verschärfen. Jedwede Botschaft mit kritischen Inhalt, die den Benzinmarkt der USA betrifft, trägt großes Potential für Preisanstiege in sich.

Nachdem die Marktteilnehmer durch die Meldungen am Freitag gewaltig aufgescheucht waren, missfiel ihnen auch noch der tags zuvor verkündete Beschluss, nach dem die OPEC die Förderquoten z.Z. nicht ändern will. Sie entluden ihre geballten Emotionen in dem Preisfeuerwerk.

Heute Morgen ändert sich der Gasölpreis kaum zum Schlusskurs vom Freitag, obwohl die Preise im amerikanischen Handel noch weiter stiegen. Das ist ein Zeichen dafür, dass mit einer Gegenbewegung gerechnet wird. Derzeit kostet die Tonne 251,50$. Das sind rund 8% mehr als am Montag der vergangenen Woche. Auf Eurobasis ergibt sich ein Unterschied von rund 10%.

Unsere Heizölpreise reagierten prompt auf die Preisexplosion vom Freitag. Mit dem Anstieg haben sie ein neues 3-Monats-Hoch erreicht. Die jüngste Bewegung halten wir für total übertrieben. Dennoch verläuft sie prinzipiell nach unseren Erwartungen. Wir sehen mittelfristig weiter steigenden Heizölpreisen entgegen. Kurzfristig kann man auf kleinere Entspannungen nach der Übertreibung hoffen. Wir raten, die Preise eng zu beobachten und kurzfristig Heizöl zu kaufen. Derzeit steht der Preis rund 10% über dem Tief vom Mai. In einigen Wochen kann die Differenz deutlich höher sein.

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