Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


FED für Doping der US-Wirtschaft

Gestern wurden, wie jede Woche, die US-Bestandsdaten veröffentlicht. Sie sind häufig Impulsgeber für die Ölnotierungen und Anzeichen für die Konjunktur in den USA, weil der Ölverbrauch eine Kennziffer der Wirtschaftsleistung in den USA ist. Noch mehr als die US-Bestandsdaten beeinflusste gestern allerdings die Veröffentlichung des Protokolls der zweitägigen Sitzung der US-Notenbank (FED), in dem klare Anzeichen zu erkennen sind, dass eine erneute Lockerung der Geldpolitik „ziemlich bald“ zu erwarten ist. Grund für diese Lockerung sei die weitgehend lahmende US-Konjunktur, die sich zu wenig auf Erholungskurs befindet. Was gestern zu einer Stärkung der Aktien- und Rohstoffmärkte führte, sorgte im Devisenhandel für eine Schwächung des Dollar. Der Glaube in den USA an die Heilungskräfte des Geldes scheint auch bei dieser dritten Lockerung ihrer Art ungebrochen. Dabei schraubt sich die Banken- und Wirtschaftskrise zu einer Glaubens- und Sinnkrise hoch, die, sollten sich die Gefahren, die in ihr stecken, realisieren, weitaus größeren Schaden anrichten kann, als eine schlichte, langgezogene Rezession.

Die Ölbestände in den USA wurden höher erwartet, sind aber von den beiden berichtenden Instituten niedriger gemeldet worden. Das hatte einen preistreibenden (bullischen) Effekt auf die Ölnotierungen, die bis zur Veröffentlichung sanken. Das API (American Petroleum Institute) und das DOE (Department of Energy) legten im Einzelnen folgende Veränderungen zur Vorwoche vor:

Rohöl: -5,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -6,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 5,4 (DOE) bzw. von 6,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sank auf 91 Prozent. Die Gesamtbevorratung liegt etwa vier Prozent unter dem Vorjahr, wie diese Grafik zeigt.

Die Gesamtlage zeigt sich damit in dieser Woche mit einem Vorzeichen für steigende Ölnotierungen und einem schwächeren Dollar. Allerdings wurde im Protokoll der FED explizit neben anderen Konjunktur-Gefahren die Euro-Schuldenkrise genannt. Das zeigt, dass die heutige Schwächung des Dollars nur ein vorweggenommener Ausgleich für den schwachen Euro darstellt. Da ist es zwar schön, aber wenig glaubhaft, dass der griechische Ministerpräsident Samaras persönlich garantiert, dass Griechenland seine Auflagen erfüllen wird. Denn er allein wird es nicht garantieren können.

Heute Morgen geht es weiter, wie es gestern aufhörte. Leider mit etwas veränderten Vorzeichen. Die Ölnotierungen steigen stärker als der Dollar fällt. Aktuell kostet die Tonne Gasöl 993,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 98,16 Dollar und in London zu 115,89 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 95,77 Eurocent.

Unsere Heizölpreise sind weiter im Sinkflug, wobei der Flug einem seichtes Dahingleiten nahekommt. Sie bewegen sich in der Mitte des kurz- und mittelfristigen Trends, der insgesamt aufwärts weist. Eine Trendumkehr ist wegen der stärkenden Wirkung durch die Entscheidung der US-Notenbank nicht zu erkennen. Und der Euro bleibt bis auf weiteres ein Wackelkandidat. Heute Morgen ziehen die Heizölpreise deswegen bereits wieder ein wenig an. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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