Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Festgefahren

Die Kriegslage könnte kaum besser widergegeben werden als durch die Darstellung des Preisverlaufs für Rohöl. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Alles begann mit einem gewaltigen Preisverfall. Es waren die Tage der Entscheidung, den Krieg zu führen, und die Hoffnung, ihn schnell zu beenden. Dann folgte eine kurze aber kräftige Umkehr der Bewegung. Es gab Zweifel am planmäßigen Kriegsverlauf. Die Gegenbewegung des Preises war übertrieben. Der Marsch auf Bagdad schien doch irgendwie voranzukommen. Schließlich bewegt sich der Preis kaum noch von der Stelle. Im Kriegsverlauf sind keine Fortschritte der Alliierten festzustellen.

Nun droht sogar ein Ausbruch der Preise nach oben. Heute Morgen ist Rohöl deutlich teurer als gestern. Die angloamerikanischen Krieger müssen zurückweichen. Irakische Truppen bringen sie in Bedrängnis. Es zeichnet sich eine lang andauernde Auseinandersetzung ab, bei der es nur Verlierer geben kann. Die letzten in der Kette werden die Verbraucher sein, die unnötig viel Geld für ihren Brennstoff bezahlen werden.

Auf der Versorgungsseite, die derzeit kaum jemand ernsthaft im Blick hat, gibt es widersprüchliche Signale. Einerseits weisen die jüngsten Meldungen über die US-Vorräte einen Aufbau für Rohöl aus, der nach den Ankündigungen über größere Lieferungen aus Saudi Arabien erwartungsgemäß ausfällt. Andererseits gehen die Benzinvorräte nun bedenklich zurück. Das könnte der Vorbote eines Problems sein, auf das wir bereits vor zwei Monaten hinwiesen. Weil die US-Raffinerien sich in den letzten Monaten massiv um die Heizölproduktion kümmern mussten, geriet Benzin ins Hintertreffen. Mit Beginn des Frühlings und dem erhöhten Bedarf der Autofahrer wird plötzlich das dadurch entstandene Loch bei der Benzinproduktion sichtbar. Jetzt könnte es schwer werden, die Ausfälle rechtzeitig wieder auszugleichen. Im Gefolge einer zu knappen Benzinversorgung und damit verbundenen hohen Benzinpreisen droht den Ölpreisen allgemein ein Aufwärtstrend.

Gute Kunde wird aus Nigeria gemeldet. Die Unruhen und Streiks sollen beigelegt werden, so dass das Land wieder Kurs auf volle Produktion nimmt.

Heute Morgen ziehen die Gasölpreise fast erwartungsgemäß an. Mit 265$ pro Tonne stehen sie deutlich über den Vortagspreisen.

Unsere Heizölpreise gaben in der ihnen eigenen Trägheit seit dem 10. März fast kontinuierlich nach. Dieser schöne Lauf wird nun zu Ende gehen. Zu Ende ist auch die seit Wochen verdrehte Welt der erhöhten Heizölpreise im Norden gegenüber dem Süden. Hier kauften amerikanische Händler den Markt zeitweise für den Eigenbedarf leer. Beim Diesel ist die Sache noch nicht vollständig ausgestanden.

Die Gefahr steigender Preise ist inzwischen sehr real. Uns scheint es daher angebracht, sich jetzt mit Heizöl einzudecken. Die Preise befinden sich bei längerfristiger Betrachtung auf einem mittleren Niveau. Die aktuellen politischen Aussichten lassen schlimmstenfalls befürchten, dass die Preise von Stund an aufwärts tendieren. Das ist selbstverständlich das schlechteste der möglichen Szenarien. Man sollte es aber mit ins Kalkül ziehen.

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