Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Finanzszene will ernten

Eine von zweieinhalb Operationen zum Wohl der Finanzindustrie ist aus ihrer Sicht erfolgreich durchgeführt, der unbeschränkte Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB. Der Jubel darüber war vergleichbar mit dem bei der Landung auf dem Mars. Der europäische Aktienindex legte um vier Prozent zu. Öl wurde ebenfalls teurer, allerdings eher moderat. Dafür schnellte der Euro vehement in die Höhe. Das immerhin ist eine gute Meldung für Verbraucher. In dieser Woche steht die halbe Operation auf dem Programm, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Zustimmung zum ESM. Sie ist eine abschließende Teiloperation, weil sie die Abstimmung im Bundestag lediglich vervollständigt. Die Sache wird von Finanzakteuren, für die demokratische Regeln und Institutionen lediglich Kosten und Ineffizienzen darstellen, zwar mit einer gewissen Sorge beobachtet. Eine ernsthafte Behinderung ihrer Interessen wird aber nicht erwartet. Insofern sollte das Urteil, das die deutsche Teilnahme am ESM grundsätzlich erlauben wird, nicht wie die Landung auf der Venus gefeiert werden. Eine Ablehnung wäre der überfällige Schlag ins Kontor der Finanzindustrie. In der Demokratie sollte der aber nicht einem Gericht, sondern der Politik vorbehalten sein. Ich gehe davon aus, dass der Richterspruch in etwa diese Diktion haben wird. Die ausstehende Operation zur Vervollständigung der Zahl Zweieinhalb betrifft die Lockerung der Geldpolitik durch die FED. Konjunkturzahlen wirken diesbezüglich wie der stete Tropfen. Lange hält die US-Notenbank das eigentlich richtige Nichtstun in der Sache nicht mehr durch. Vermutlich wird der Geldsegen noch im September kommen. Das wird dann die Landung auf der Venus. Börsenkurse für Rohstoffe und Aktien werden in Jubelpose gehen. Eine Hoffnung, dass es nicht ganz so schlimm kommen wird, ist die weiterhin schwache Konjunktur, die sich kaum durch Geld für das Finanzsystem anfachen lässt.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Stützungsaktionen von Notenbanken erwartet
Anleihekäufe der EZB
Knappe Reservekapazitäten der Förderländer
Kalter Krieg um iranisches Atomprogramm wird heißer
Krieg in Syrien destabilisiert Nahen Osten
Irans Öllieferungen werden boykottiert
Nordseeölanlagen im Wartungszyklus

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Wirtschaftswachstum kühlt ab
Schwache Konjunkturaussichten
OPEC produziert über Quote
IEA senkt Prognosen zur Ölnachfrage
Schuldenkrise in Europa
USA vor Freigabe der strategischen Reserven

Unsere Heizölpreise sinken. Das ist eine bemerkenswerte Meldung angesichts steigender Ölnotierungen an den Börsen. Grund: Der Dollar gab am Freitag ungewöhnlich stark nach oder besser ausgedrückt der Euro stieg entsprechend stark an. Hierin kommt die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Gemeinschaftswährung rettbar ist. Kurzfristig könnte diese Stimmung zum Wohl der Verbraucher anhalten. Die Heizölpreise würden in dem Fall wenigstens nicht steigen, was angesichts der Finanzoperationen als positiver Umstand gewertet werden muss. Wer wenig Öl im Tank hat, sollte jetzt kaufen. Wer es sich aufgrund des Tankinhalts leisten kann, mag die Spekulation auf tiefere Preise im späteren Verlauf des Jahres riskieren. Angesichts der Konjunkturentwicklung könnte da was gehen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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