Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Fonds bewegen Ölpreis

Die Preise bewegten sich gestern gegen die Logik von Angebot und Nachfrage. Nach erheblichen Rückgängen der US-Vorräte fielen sie im Handelsverlauf deutlich. Der Dollar drehte nach einem Zinsbericht der US-Notenbank abermals die Richtung. Damit fällt er nicht auf seinen Abwärtstrend zurück. Insgesamt zeigte sich eine positive Tendenz für europäische Verbraucher.

Überraschung und Konfusion lösten die Bereichte von API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) über die Lage der US-Vorräte aus. Sie weisen beide einen Rückgang auf, der über den Erwartungen liegt. Die Aussagen weichen in ihrem wesentlichen Gehalt aber stark von einander ab.

Das betrifft insbesondere die Einschätzung für Rohöl. Während das API ein Plus von 3,6 Mio. Barrel zu Vorwoche feststellt, kommt das DOE mit einem Minus von1,5 Mio. Barrel heraus. Die Heizöl- und Dieselvorräte werden mit -2,7 bzw. -4,5 Mio. Barrel angegeben. Benzin hat 7,2 bzw. 4,5 Mio. Barrel verloren. In Summe steht in beiden Berichten ein sattes Minus von 6,2 bzw. 9,5 Mio. Barrel zur Vorwoche. Die Importe entwickelten sich ebenfalls negativ.

Die Zahlen sind ein deutliches bullisches Signal. Da die Temperaturen in den USA unverändert tief auf einem durchschnittlichen Niveau liegen und die Prognosen keine anrollende Hitzewelle ausweisen, wäre nichts anderes ein rasanter Fortgang des Aufwärtstrends zu erwarten gewesen. Es kam aber vollkommen anders.

Die Preise fielen und das nicht einmal knapp. Sie befinden sich jetzt an der Kante des Aufwärtstrends. Der droht zu kippen. Wie immer bei unlogischen Vorgängen der Preisbildung werden die Fonds verantwortlich gemacht. Sie zeigten Nerven und begannen sich von ihren reichlich angehäuften Positionen auf steigende Kurse zu trennen. Das übte Preisdruck aus. Da der Bestand dieser Positionen enorm ist, besteht noch ein erhebliches Abwärtspotential.

Allerdings sollte man sich angesichts der eklatanten Mangelerscheinung in den Rohöllagern noch nicht auf einen beginnenden Abwärtstrend fixieren. Er ist lediglich in den Bereich des Möglichen gerückt.

In den Bereich des Möglichen rückt auch die Trendumkehr der Dollarbewegung. Dass es hier allerdings gleich ein Aufwärtstrend wird, erscheint zweifelhaft. Ein Seitwärtstrend liegt näher und wäre für uns Europäer bei billigerem Öl schmeichelhaft.

Gasöl verbilligt sich weiter. Der Preischart zeigt von allen Ölcharts die deutlichsten Signale für einen beginnenden Abwärtstrend. Die Tonne kostet aktuell 265$.

Unsere Heizölpreise fallen. Insbesondere im Süden Deutschlands haben sie im Jahresvergleich ein sehr freundliches Niveau erreicht. Sie laden zum Kauf ein. Wer nicht hoch spekulieren will auf tiefe Preise, sollte sich mit Heizöl eindecken. Der Spekulant mag auf einen Abwärtslauf der Preise setzen. Aber Vorsicht, da lauern Gefahren aus der miserablen Vorratslage in den USA.

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