Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Freundliche Bewegung

Die Woche begann mit einem verbraucherfreundlichen Montag. Nachdem die Rohölnotierungen einen neuen Höchststand markieren konnten, gaben die Kurse auf breiter Front nach. Die Bewegung wird als Konsolidierung im Aufwärtstrend gesehen.

Die fundamentalen Marktverhältnisse sind unverändert. OPEC, Venezuela, Benzinversorgung und allgemeine Ölversorgung der Welt bestimmen die Börsenthemen. Sie werden momentan ausnahmslos bullisch diskutiert.

Der Verdacht wächst, dass die OPEC kein Interesse mehr an ihrer Politik der moderaten Ölpreise hat. Die wurden einst mit 22-28$ für das Barrel genannt. Heute ist der Preis bei 32,75$. Ein klares und schnelles Gegenlenken bleibt aus. Statt dessen spielt das Kartell auf Zeit, indem es eine Entscheidung auf die nächste Sitzung am 31. März datiert. Die OPEC ist in einer komfortablen Situation, da die Nachfrage sehr hoch ist und nicht durch andere Lieferanten ausreichend befriedigt werden kann. Als wesentlicher Preistreiber wird Saudi Arabien genannt. Das Land brauche einen Ölpreis um die 32$, wollen kundige Journalisten wissen.

In Venezuela wird hart aber friedlich um den Rücktritt von Hugo Chavez gefochten. Acht Tote, die die Unruhen bisher forderten, werden nicht als Grund für eine Radikalisierung herangezogen. Radikal sind allenfalls die Töne von Chavez, der im Falle einer US-Intervention zu einem Jahrhundertkrieg gegen die USA auffordert. Aktuell droht dem Ölstrom des Landes noch kein Abbruch. Aber die Ölindustrie Venezuelas ist fragil. Des Volkes Arm könnte sie schnell zum Erliegen bringen.

Die US-Benzinversorgung wurde in den letzten Wochen hinlänglich besprochen. Es gibt nichts Neues. Sie wird kritisch beobachtet, bis die Vorräte deutlich angewachsen sein werden. Ob das gelingt, ist derzeit fraglich.

Die hohe weltweite Ölnachfrage sorgt für Diskussionsstoff über die langfristigen Aussichten des Ölzeitalters. Momentan werden zunehmende Mangelerscheinungen für wahrscheinlich gehalten. Die jeweilige Sichtweise ist vom Zeitgeist geprägt. Und dem fehlt derzeit ein Schuss Optimismus.

Die hohe Nachfrage könnte aber auch bedeuten, dass nun endlich trotz hoher Preise dafür gesorgt wird, die Vorräte aufzustocken. Ein Indiz für diese Annahme ist der immens hohe Kontraktbestand an den Terminbörsen. Er muss einerseits für die Erklärung des Aufwärtstrends herhalten. Investmentfonds decken sich mit Kontrakten auf steigende Kurse ein. Dem stehen aber Kommerzielle Marktteilnehmer gegenüber, die sich in ebenso massiver Weise mit Kontrakten auf fallende Kurse eindecken. Das machen sie, um sich gegen einen Preisverfall ihres teuer gekauften Öls zu schützen. Wenn es viele dieser sogenannten Hatch-Positionen gibt, muss auch viel Öl gekauft worden sein. Die Frage ist, ob der Bedarf inzwischen so gigantisch ist, dass dieses Öl umgehend verbraucht wird, oder ob es bald in den Lagern liegt?

Charttechnisch passt eine Gegen- oder Konsolidierungsbewegung gut ins Bild. Sie könnte die Preise um bis zu 10% fallen lassen, ohne dem Aufwärtstrend einen Abbruch zu tun.

Der Dollar unterstützt die nachgebenden Preise leicht. Er befindet sich mitten in einem kurzfristigen Abschwung.

Gasöl verbilligt sich deutlich zu gestern Früh. Die Tonne kostet 275,50$.

Unsere Heizölpreise überraschten gestern mit einer Verbilligung. Wir betrachten das als freundlichen Akt in einem unfreundlichen Umfeld. Sie bleiben damit in der kaufenswerten Zone. Ihr Niveau ist nicht besonders attraktiv, aber angesichts der Aussichten und des Vergleichs mit dem Vorjahr geht es für Käufe in Ordnung. Vor 12 Monaten war Heizöl 27% teurer. Damals war der Preisgipfel fast erreicht.

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