Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Freundlicher Dollar

Entgegen erster Erwartungen zog der Ölpreis am Freitag nicht wieder an. Er schloss nahe einem Wochentief, wo er sich auch heute Morgen noch aufhält. Der OPEC-Beschluss vom Donnerstag und die positiven Daten über die US-Benzinvorräte wirken noch nach. Zwar ist der Aufwärtstrend noch lange nicht gebrochen. Doch einige Analysten nehmen mittlerweile eine neutrale Haltung ein und sehen eine Seitwärtsbewegung voraus.

Die Mehrheit der Analysten gibt allerdings keine Entwarnung. Auf Grund der zunehmenden Terrorattacken auf Öleinrichtungen wird der tendenzielle Preisauftrieb anhalten. Unsicherheit und Sorge über die Ölversorgung halten den Rohölpreise schätzungsweise 5-6$ über dem seinem tatsächlichen Wert. Der Unsicherheitsaufschlag hat etwa sie Größenordnung der Kriegsprämie, die die Ölpreise vor Beginn des Irakkriegs auftrieben. Im Unterschied zur Kriegsprämie, die sich nach Ausbruch des Krieges schlagartig auflöste, ist nun keine Entspannung auf Grund eines Ereignisses zu erwarten. Die Unsicherheitsprämie kann sich nur langsam auflösen, wenn die geopolitischen Umstände es zulassen, wieder Vertrauen in ihre Entwicklung zu bekommen.

Dass die OPEC-Entscheidung zu einem nachhaltigen Preisrückgang führt, ist nicht zuletzt deshalb unwahrscheinlich, weil sich die Liefersituation damit nicht ändern wird. Die OPEC produziert seit geraumer Zeit über den Quoten. Die Erhöhung hat die Quoten nun näher an die Realität gebracht. Trotz Quotenerhöhung wird aber immer noch über den Quoten produziert.

Die öffentliche Ölpreisdiskussion vermittelt den Eindruck, als seien die Autofahrer die Hauptleidtragenden der Lage. Folgt man den internationalen Notierungen für die einzelnen Produkte, scheint das richtig zu sein. Denn der Benzinpreis ist im Verlauf eines Jahres um gut 60% gestiegen. Der Heizölpreis stieg dagegen lediglich um 36%. Auf Grund der fixen Steuer kommen von diesen Erhöhungen aber nur 14% des Benzinpreises beim deutschen Verbraucher an. Beim Heizölpreises sind es dagegen gut 23%.

Während sich der Heizölpreis derzeit recht eng mit dem Rohölpreis bewegt, ist der Benzinpreis überproportional gestiegen. Das hat seine Ursache in der ungenügenden Raffineriekapazität, die weltweit zur Verfügung steht. Für die Benzinpreise ist eine Erhöhung der Rohölproduktion eine unbedeutende Erscheinung. Sie werden vom bottle neck Produktionskapazität bestimmt. Und daran ändert sich kurzfristig kaum etwas.

Heizölverbraucher sollten sich bereits jetzt gedanklich darauf einstellen, dass die knappen Raffineriekapazitäten bald auch auf ihren Brennstoff Auswirkung haben werden. Denn die Benzinproduktion wird die zur Verfügung stehenden Kapazitäten übermäßig lange binden und so verhindern, dass es rechtzeitig vor dem nächsten Winter einen Vorratsaufbau geben wird. Und das wird aller Voraussicht zu erheblichem Preisauftrieb für Heizöl führen.

Neben den Terrorängsten ist die fehlende Verabreitungskapazität der wahre Grund für die hohen Preise. Da die OPEC weder am Terror noch an den Verarbeitungskapazitäten Entscheidendes ändern kann, hat sie also gar nicht den ihr zugesprochenen Einfluss auf die Preiswicklung. Da ist allenfalls Psychologie im Spiel, die sich bald wieder relativieren wird.

Immerhin hat die Psychologie in der letzten Woche so gut gewirkt, dass sich die Fonds teilweise von ihren Positionen auf steigende Kurse getrennt haben. Der verbleibende Bestand ist allerdings immer noch enorm hoch.

Wirklich erfreulich und für Verbraucher von Bedeutung ist der Verlauf des Dollarkurses. Es sieht so aus, als sollte er wieder in einen Abwärtstrend übergehen. Das würde mittelfristig vermutlich die deutlichste Entspannung schaffen.

Der Gasölpreis liegt heute Morgen knapp unter dem Freitagstief. Der Druck auf die Ölpreise hält also zum Wochenbeginn an. Die Tonne kostet 311$.

Unsere Heizölpreise entwickeln sich freundlich. Sie haben es geschafft, das Tief vom 28. Mai zu unterbieten. Das lässt hoffen, dass es noch tiefer geht. Wir raten Verbrauchern, eine Verbilligung unbedingt zum Heizölkauf zu nutzen, denn die langfristigen Aussichten für die Öl- und speziell für die Heizölpreise sind nicht sehr rosig. Neben den oben genannten Gründen sprechen weitere Umstände dafür, dass der Aufwärtstrend am Weltmarkt eine stabile Erscheinung ist.

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