Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Freundlicher Trend

Die OPEC kürzt ihre Lieferungen um 1 Mio. Barrel pro Tag. Angesichts einer geschätzten Überproduktion von 1,7 Mio. Barrel pro Tag sei das zu wenig, meinten Analysten und schickten die Preise in den Keller. Damit stehen die Chancen für einen Fortgang des Abwärtstrends gut. Der Dollar sollte nach der jüngsten Erholung ebenfalls wieder fallen.

Zum Tagungsabschluss am vergangenen Freitag verkündete die OPEC ihre Entscheidung über die Liefermengen. Nachdem die Teilnehmer die Heimreise angetreten hatten, reagierten die Warenterminmärkte mit kräftigen Kursabschlägen. Das löste nervöse Äußerungen einiger OPEC-Mitglieder aus, die sich mittlerweile wieder auf heimischen Boden befanden. So wird Kuwaits Ölminister mit den Worten ""Wir warten noch diese Woche ab, sollte sich der Preisrutsch fortsetzen, müssen wir nochmals 0,5 Mio. Barrel pro Tag aus dem Markt nehmen" zitiert.

Solange das Wetter mit relativ hohen Temperaturen mitspielt, wird sich der Markt die verbraucherfreundliche Stimmung kaum vermiesen lassen. Ankündigungen wie die aus Kuwait werden gelassen aufgenommen. Einzelne OPEC-Mitglieder werden nicht schnell kürzen, da sie auf die Erlöse aus jedem verkauften Barrel angewiesen sind.

Die Einnahmen der OPEC-Länder werden als Folge des hohen Ölpreises und der hohen Liefermengen in diesem Jahr um 20% höher ausfallen als im letzten Jahr. Nominell wird sogar ein Rekordwert erreicht. Der Dollarverfall, seit 2002 verlor die Währung 30% zum Euro, lässt den Rekord aber glanzlos dastehen. Umgerechnet auf heutige Verhältnisse wäre das Ergebnis des Jahres 1979 doppelt so hoch. OPEC-Staaten wie Libyen und Iran leiden unter dem schwachen Dollar. Sie handeln hauptsächlich mit Euro-Staaten. Den geringsten Währungseinfluss muss Venezuela ertragen. Waren- und Anlageneinkäufe werden fast ausnahmslos in Dollar getätigt.

Das angestrebte Preisband von 22-28$ für das OPEC-Barrel müsste heute unter Berücksichtigung der Dollarschwäche zwischen 28-35$ liegen. Die immer noch gültigen Grenzwerte stammen aus dem Jahr 2000. Aus OPEC-Kreisen hieß es am Freitag, dass ein fairer Preis über 28$ und unter 40$ liege.

Der aktuelle Preisrückgang hat seine Ursache nicht nur in der ungenügenden OPEC-Kürzung. Der jüngste Monatsbericht der IEA (Internationale Energie Agentur) trägt ebenfalls zum Preisdruck bei. Wirklich Neues geben die Pariser Ölbeobachter nicht bekannt. Das befriedigt die Marktteilnehmer. OPEC-Kürzungen werden von Produktionssteigerungen in Nicht-OPEC-Ländern überkompensiert. Frühere Nachfrageprognosen für dieses und das nächste Jahr werden bestätigt. Sie überfordern den Markt nicht. Die große Unbekannte in der Versorgungsbilanz bleibt China. Das Land fragt in 2004 30% mehr Öl nach als ein Jahr zuvor.

Ein großer Teil der jüngsten Mengenreduktion aus dem OPEC-Verbund geht auf terrorbedingte Ausfälle im Irak. Diese wurden am Freitag nach 14-tägiger Unterbrechung aufgehoben. Die Nordpipeline ist wieder im Versorgungsnetz. Auch diese Meldung passt zur bärischen Stimmung.

Charttechnisch erscheint eine eindeutig abwärts gerichtete Formation, die kein kurzfristiges Ende der Bewegung erkennen lässt.

Der Gasölpreis bestätigt heute Morgen den deutlichen Preisverfall vom Freitag. Die Tonne kostet 369,50$.

Unsere Heizölpreise machten die plötzlich um sich greifende Abwärtsbewegung bereits am Freitag mit. Etwas Luft nach unten bleibt ihnen noch. Nach einem heftigen Preisverfall muss allerdings immer mit einer kurzen Gegenreaktion gerechnet werden. Daher kann es sein, dass momentan übertriebene Preistiefs nicht bis in den heimischen Heizölpreis durchdringen. Insgesamt sind die Aussichten für die Preisentwicklung gut. Heizöl könnte noch billiger werden. Dazu muss das Wetter aber unbedingt mitspielen. Ein Kälteeinbruch wäre trotz der guten Stimmung Gift.

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