Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Ganz gewöhnliche Schizophrenie

Die US-Wirtschaft läuft nicht. Griechenland droht, die EU zu zerlegen. Die Finanzsysteme der alten Industrieländer sind krank. An den Börsen herrscht Verunsicherung. US-Rohöl tendiert abwärts. Der Dow-Jones befindet sich bereits in einem Abwärtstrend. Anlage suchendes Geld wird in US-Dollar geparkt. Die Währung gilt trotz der Probleme, die die USA mit ihrem Staatshaushalt haben, als sicherer Hafen. Das ist die Schizophrenie des Geldes. Als Zahlungsmittel verliert der Dollar das Ansehen, das er als Aufbewahrungsmittel gewinnt. Die Rede ist von ein und demselben Objekt. Ähnlich verhält es sich mit Öl. Als Rohstoff ist der Preis längst ausgereizt. Als Anlageobjekt steht er weiter hoch im Kurs. Der Besitz von US-Rohöl-Papieren für WTI führt zwangsläufig zum physischen Handel mit Öl. Diesen Zwang haben europäische Rohölpapiere für Brent nicht. Sie sind als Finanzanlage besser geeignet und sie sind deutlich teurer als die WTI-Papiere, obwohl die Ware WTI qualitativ wertvoller ist als Brent. Die aufstrebenden Volkswirtschaften der Erde laufen gut. Sie verfügen über Geld und sie haben einen realen Ölbedarf. Der wächst rasant. Dieser Umstand hält die Ölpreise hoch im Kurs.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Höhere Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte prognostiziert
Chinas Ölkonsum wächst rasant
Japan braucht mehr Öl zur Stromproduktion
OPEC erhöht die Förderquoten nicht
Unruhen in der arabischen Welt
Finanzmagier sehen höhere Ölpreise
US-Fahrsaison hat begonnen

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Saudis erhöhen die Förderung
Markt ausreichend mit Öl versorgt
US-Konjunktur läuft nicht rund
Insgesamt hohe US-Bestände
Staatsschulden in den alten Industrienationen

Unsere Heizölpreise schwingen um eine leicht ansteigende Trendlinie. Die Ausschläge werden in den kommenden Wochen vermutlich größer werden. Die Trendlinie wird wahrscheinlich erhalten bleiben. Wenn das große Donnerwetter der Finanzsysteme ausbleibt, wovon wir ausgehen, wird ihre Steilheit sogar zunehmen. Die Kaufzurückhaltung am Heizölmarkt ist ein hochspekulativer Akt, bei dem der Verlust wahrscheinlicher ist als der Gewinn. Gewinnen wird man langfristig nur durch eine sinnvolle Investition in energiesparende Maßnahmen. Hier ist ein Beispiel für eine solche Maßnahme.

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