Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Gaskarte ist Trumpf

Der Gasstreit ist nicht so heißt, wie er verkauft wird. Das gilt zumindest für weite Teile Europas, zu denen Deutschland gehört. Gas wird in ausreichender Menge fließen. Etwas anderes kann sich Russland nicht leisten, auch wenn der Öffentlichkeit ein vollkommen anderes Signal geliefert wird. Dieses Signal ist gewollt. Es ist derzeit die wirkungsvollste Karte im Kampf um höhere Ölpreise. Eine andere haben die Förderländer nicht zu bieten. Beim Gaza-Krieg sind die Interessen zu heterogen, um daraus eine Preiswirkung zu erzielen. Der kalte Winter ist im Mutterland des Ölverbrauchs, den USA, gar nicht so kalt, dass er ängstliche Emotionen wecken könnte. Die Gaskarte beginnt allerdings an Wirkung zu verlieren. Am Ende bleiben die Einflüsse der Gegenseite, konjunkturelle Dramen und Tragödien. Es ist schwer vorstellbar, dass der Preisauftrieb der letzten Tage Bestand haben wird. Die Charttechnik deutet bereits ein Ende der Aufwärtsbewegung an. Der Dollar drehte gestern deutlich bei. Ein Trend lässt sich nicht identifizieren.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine
Drastische Zinssenkung in den USA
Konjunkturprogramm für die USA angekündigt
Konjunkturprogramm und Zinssenkung in China
Kalter Winter in den USA erwartet
IEA prognostiziert neue Hochpreisphase nach 2010

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Realisierung der OPEC-Kürzung unglaubwürdig
Sinkende Konjunktur und Rezessionsängste
Sogar Chinas Wirtschaft geht in die Knie
Weltweite Nachfrage sinkt
Goldman & Sachs prognostiziert 30 Dollar/Barrel
Charttechnik: Abwärtstrend des Ölpreises

Unsere Heizölpreise legten gestern deutlich zu. Raffineriegesellschaften nutzen die Gunst der Stunde und verteuern ihre Ware spürbar. Das ist kein Skandal. Das ist Markt, in diesem Fall ein verbraucherunfreundlicher. Der Binnenmarkt ist sehr angespannt. Nach dem Ölpreisabsturz kaufen mehr und größere Kunden als üblich. Gewerbliche Gasverbraucher sind ins Öllager gewechselt, weil sie ihren Bedarf hier erheblich günstiger decken können. Dass sich die Ölkonzerne mit ihrer Preispolitik keine Freunde machen, interessiert sie nicht. Jetzt wird Geld verdient. Später wird dann ein Teil davon zur Imagepolitur ausgegeben. Den Handel nervt diese Politik mindestens so sehr wie die Verbraucher. Er ist täglich mit der Arroganz der Habenden konfrontiert. Hinzu kommen die Schwierigkeiten der Belieferung bei schlechten Wetterbedingungen. In einigen Regionen werden Gefahrguttransporte temporär behördlich verboten. Es sieht so aus, als hielte sich die aktuelle Binnenmarktlage länger als der Preisauftrieb am Weltmarkt. Wer die Preisentwicklung verfolgen möchte, ohne unsere Website zu konsultieren, kann unseren Preisalarm verwenden.

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