Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Gegenreaktion

Erwartungsgemäß zeigten die Preise gestern Schwäche, nachdem sie am Freitag einen Rekordzuwachs hinlegten. Der war in der Höhe übertrieben, in der Richtung aber gerechtfertigt. Der Dollar fiel ebenfalls und lindert damit die Auswirkungen des Freitagsanstiegs für den europäischen Markt.

Die Preise wurden am Freitag auf ein neues Niveau geworfen. Für einige Händler war es ein Startsignal für weiter steigende Preise. Kurzfristige Gegenbewegungen gehen ausschließlich auf Gewinnmitnahmen zurück. Sie spiegeln, so die Meinung der Händler, aber nicht die allgemeine Tendenz wider.

Die Ölversorgung ist anfällig wie selten zuvor. Das vierte Quartal mit seinem typischen Nachfrageanstieg ist nicht mehr fern. Die Vorräte stehen weiterhin nahe dem historischen Tief vom März 2003. Die OPEC hält die Fördermengen eng unter Kontrolle und will bei einer positiven Regung im Irak Reduktionen beschließen. Derzeit ist aber keine nennenswerte Zunahme der Ölflüsse aus dem Irak zu erwarten.

Die Gesamtlage erlaubt keine weitere Störung der Versorgung. Ein Sturm, ein Streik, ein Raffinerieausfall, eine zerbrochene Pipeline oder irgend eine andere Kleinigkeit geben sofort Anlass, die Preise weiter aufzutreiben. Auf der Gegenseite gibt es momentan wenig Phantasie für Umstände, die größere Preisrückgänge auslösen könnten.

Die Nervosität der Ölmärkte sollte man in dieser Woche im Zusammenhang mit den Meldungen über die Vorräte der USA gut beobachten können. Befürchtungen, dass die Rohölvorräte weiter fallen, werden sich sofort im Preis niederschlagen.

Der Dollar gab gestern, den Europäern zum Trost, weiter nach. Er befindet sich jetzt in einer für Divisenhändler ausgeglichenen Position. Der Preischart lässt nur schwer erahnen wohin die Reise gehen soll und ob es überhaupt eine Reise in der nächsten Zeit gibt. Es könnte sich auch eine Seitwärtsbewegung einstellen.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis nach. Er folgt damit den Gewinnmitnahmen in den USA. Mit 251,25$ pro Tonne bleibt er aber auf einem erhöhten Niveau.

Unsere Heizölpreise haben in Übereinstimmung mit dem Weltmarkt einen Niveauwechsel vollzogen. Sie haben jetzt endgültig die Niedrigpreiszone verlassen. Bevor sie sich auf dieser neuen Stufe weiter nach oben entwickeln, wird es noch ein paar brauchbare Momente zum Kauf geben. Wir erwarten in den nächsten Tagen kleinere Preisrückgänge, die allerdings durch einen nervösen Welthandel schnell wieder annulliert werden können. Spekulativ eingestellte Verbraucher sollten den Markt eng beobachten und im richtigen Moment zuschlagen. Wer es ruhiger mag, kauft jetzt ein, um weiterer Teuerung zuvorzukommen.

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