Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Geldanlage in Öl

Es gibt sehr viel Öl im Markt. Die Industrie weiß nicht, wo sie das alles lagern soll. Und es gibt sehr viel Geld im Markt. Die Besitzer wissen kaum, wohin damit. Ein nicht unerheblicher Teil dieses Geldes wandert mangels besserer Ideen in den Ölmarkt und treibt den Preis in die Höhe. Generell wäre gegen teureres Öl nichts einzuwenden. Schließlich handelt es sich auf lange Sicht gesehen, um einen Stoff mit begrenzter Verfügbarkeit. Momentan kann davon keine Rede sein. Öl steht im Überfluss zur Verfügung. Es gilt eher die Devise „Alles muss raus“. In dieser Lage ist jeder Preisrückgang sinnvoller zu begründen als ein Preisanstieg. Dennoch müssen wir letzten seit einigen Wochen zur Kenntnis nehmen. Der Preisrückgang der vergangenen Tage wurde gestern im Gefolge anziehender Aktienmärkte annulliert. Es ist widersinnig, aber ist es ein Fakt. Der Aufwärtstrend ist intakt.

Die aktuelle Wirtschaftkrise wird mit Superlativen gehandelt. Negativrekorde werden für viele Daten und Prognosen gemeldet. Die Ölindustrie betrifft das derzeit eher wenig. Beispielhaft hierfür sind die Raffineriegesellschaften. Während diese als Folge des letzten großen Einbruchs in den 1980er Jahren massive Defizite erlitten und viele Unternehmen zusammenbrachen, stehen sie bisher glänzend da. Die Gewinne sprudelten bis in das erste Quartal des laufenden Jahres. Erst jetzt schmelzen sie ab. Defizite gibt es noch nicht. Das mag alles noch kommen. Folgt man den Indikatoren und der Marktstimmung, scheint das allerdings als unwahrscheinlich angesehen zu werden. Derzeit wird ein „Zurück zu alten Zeiten“ gehandelt.

Eine langfristige Perspektive für Wachstum und Wohlstand steckt nicht darin. Man darf konstatieren, dass Finanz- und Wirtschaftskrise ihre Ursache in mehr als einer kurzfristigen Liquiditätsknappheit wegen verbrannten Geldes haben. Allein die Dimension des Preisanstiegs der Rohstoffe am Beginn der Krise lässt ahnen, dass die Wirtschaft auch ohne einige Bankenzusammenbrüche einen Schock erlitten hätte. Nun, da dem Markt wieder Liquidität zur Verfügung steht, werden Produkte, die vor kurzem noch Sehnsüchte auslösten, dennoch nicht gekauft. Allem voran sind hier dicke Autos gemeint. Im Automarkt ist die Schere zwischen Angebot und Nachfrage ähnlich groß wie im Ölmarkt. Die Autoindustrie leidet allerdings schwerer unter der Differenz als die Ölindustrie. Während die Ölindustrie mit der Kreation ihrer Produkte wenig für die Nachfrage tun kann, scheint die Autoindustrie hierin ihren Schlüssel zu haben. Sie hat die Veränderung des Zeitgeistes nicht vorhergesehen.

Dabei gibt es längst Autos, die dem Wandel des Zeitgeistes entsprechen. Sie sind nicht serienreif. Aber sie sind wettbewerbsfähig. Lange schon wird an solchen wirklich neuen Autos gebaut, weniger in der Autoindustrie, mehr an Hochschulen. Alljährlich vergleichen studentische Konstruktionsteams ihre Fähigkeiten auf dem Eco-Marathon, der, man höre und staune, von Shell veranstaltet wird. Was da zusehen ist, inspiriert. Es wäre sicher besser, wenn sich die Besitzer überschüssigen Geldes dort Anlageideen suchten als im Ölmarkt. Denn dort wird ihnen gezeigt, wie eine mobile Zukunft aussehen könnte, die die Tatsache zur Kenntnis nimmt, dass Öl ein endlicher Stoff ist. Man findet dort Fahrzeuge, die mit einem Liter Benzin weit über 3000 (in Worten dreitausend) Kilometer fahren können. Das entspricht einem Verbrauch von 0,03 Liter auf 100 Kilometer. Diese Dinger sind weder bequem noch alltagstauglich. Die bekannte Autogewohnheit wird auf das Übelste strapaziert. Neben derartigen Extremisten gibt es aber auch Fahrzeuge, die den Anspruch zu Recht erheben, Modelle für den Alltagsbetrieb sein zu können. Sie kommen gas- oder benzinbetrieben mit Leistungen von bis zu 1246 Kilometer aus einem Liter Kraftstoff daher. Das obere Mittelfeld der Fahrzeuge fährt mit einem Liter zwischen 300 und 600 Kilometer weit. Das entspricht einem Spritverbrauch von 0,3 bis 0,17 Liter auf 100 Kilometer. Deutsche Teams schneiden bei den Extremisten übrigens recht gut ab. Bei den alltagstauglichen Fahrzeugen haben sie noch Entwicklungsbedarf. Das beste Team schaffte „nur“ 200 Kilometer mit einem Liter Benzin.

Heute Morgen denken die Investoren genauso wenig an eine solche Zukunft wie in den letzten Tagen. Statt dessen treiben sie mit ihrem Geld den Ölpreis auf ein neues Jahreshoch. In New York kostet Rohöl 60,48 Dollar pro Barrel. Die Tonne Gasöl kostet 465 Dollar. Der US-Dollar geht in die Knie. Er wird zu 73,59 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise ziehen wieder an. Die Abwärtsbewegung ist in der Mitte der für den Seitwärtstrend auserkorenen Preisspanne aus dem März gestoppt. Mit einem deutlichen Aufwärtsmarsch der Preise rechnen wir einstweilen nicht. Er erscheint uns einfach zu unlogisch angesichts der fundamentalen Lage des Ölmarktes. Logik ist allerdings keine Kategorie, nach der die Börse handelt. Wenn Sie neben dem Warten und Hoffen auf bessere Preise etwas machen wollen, empfehlen wir, sich ein Beispiel an der Ausrichtung der zukünftigen Autokonstrukteure zu nehmen. Schauen Sie doch mal, ob Sie mit Ihrem Haus nicht auch einen zukunftsfähigen Kurs des Wärmeverbrauchs erreichen können. Für eine erste Analyse ist das kostenlose Tool www.esytrol.com geeignet.

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