Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Genug Öl im Angebot

Gestern wurden in den USA überraschend gute Bestandsdaten gemeldet. Die Preise gaben deutlich nach. Die Aussichten für weiter fallende Notierungen haben sich damit erhöht. Der Dollar lässt ebenfalls anhaltende Kursabschläge erahnen. Im Inland ist die Heizölversorgung noch angespannt. Die Preisüberhöhungen gegenüber dem Weltmarkt bleibt erhalten.

Die meisten Broker sind bereits im Weihnachtsurlaub. Sie haben sich von den US-Bestandsdaten dieser Woche keine Änderung der Tendenz versprochen. Verspekuliert! Die Tendenz änderte sich. Die Bestände stiegen deutlich an. Sogar die Heizöllager verzeichneten ein Plus. Das ist insofern erstaunlich, da die Temperaturen der letzten Tage den Wärmemarkt spürbar forderten. So wurden die wenigen arbeitenden Broker Zeuge eines Preisrutsches von 4%. Der hielt bis Handelschluss durch.

Die Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) lesen sich wie folgt:

Rohöl: +2,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +4,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Bestandsaufbau von 4,5 bzw. 7,3 Mio. Barrel. Die Importe insbesondere für Rohöl laufen hervorragend. Die Raffinerieverfügbarkeit könnte besser sein.

Der schlechte Eindruck, den die Bestandsdaten in der letzten Woche hinterließen, wurde korrigiert. Nun ist es an der Zeit, die Preise ebenfalls zu korrigieren. Charttechnisch ist die Rückkehr zum jüngsten Abwärtstrend noch nicht verwirkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Bewegung vollzogen wird, ist hoch.

Dem potentiellen Preisrückgang steht ein großes Terroraufkommen im Irak, Streiks in Nigeria mit Ausfällen von Shell-Lieferungen und unklare Verhältnisse um die zerschlagene Yukos gegenüber. Das fortbestehende weltweite Nachfragewachstum wird aber durch das Rohölangebot gedeckt. Der z.Z. wichtigste Impuls kommt nach wie vor vom Wetter in den US-Heizölregionen. Wenn die Temperaturen dort nicht arktisch werden, sollten die bullischen Impulse einflusslos bleiben.

In Deutschland wird es bis Ende des Jahres noch Lieferprobleme geben. Die Raffineriegesellschaften halten ihr Angebot knapp, weil sie zum Jahreswechsel möglichst geringe Bestände ausweisen wollen. Die Inlandspreise liegen dadurch zwischen 2% und 8% über dem Weltmarktniveau. Die Spitzenwerte werden im Westen erreicht. Nach dem Jahreswechsel wird die Überhöhung verschwinden.

Heute Morgen spiegelt sich der gestrige Rückgang im Gasölpreis wider. Die Tonne kostet 401$. Mit einem Durchbruch der 400$-Marke ist zu rechnen.

Unsere Heizölpreise geben nach. Allerdings stehen sie noch stark im Bann der Inlandsknappheit. Wer kurzfristig Heizöl braucht, muss es teuer bezahlen. esyoil-Nutzer sind davon kaum betroffen. Ein deutlicher Rückgang der Preisanfragen seit Montag zeigt uns, dass hier ein gewisses planerisches Wirken versammelt ist. Ab Weihnachten sollten Bestellungen für Januar zu tieferen Preisen möglich werden.

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