Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Gequälter Rückgang

Es sieht so aus, als solle die erwartete Handelsspanne von 44$ bis 50$ für US-Rohöl genutzt werden. Derzeit ist die fallende Flanke aktiv. Daran vermochten gestern selbst unbefriedigende Daten über die US-Vorräte nichts zu ändern. Der Doller zeigt trotz einer Zinsanhebung kaum Bewegung.

Mit dem Aufwärtstrend der Preise, auf den einige Investmentfonds setzten, wird es nichts. Ein Abwärtstrend, den Kleinspekulanten bevorzugen, kommt allerdings auch nicht sichtbar in Gang. Im Großen und Ganzen herrscht eine ausgewogene Marktlage. Die Rohölversorgung ist gut. Störungsquellen sind hinlänglich bekannt. Allen voran stehen Nigeria und der Irak. Die niedergehende Yukos soll dem Vernehmen nach nicht dazu gehören. Angeblich hat die zwangsverkaufte Tochter Juganskneftegas, die den Löwenanteil der Ölförderung in sich vereint, die Produktion wieder in vollem Umfang aufgenommen. Eine Unbekannte bleibt die Nachfragesteigerung, für die hauptsächlich China mit einem unbändigen Konjunkturschub sorgt. Moderate Temperaturen geben keinen Anlass an der Heizölversorgung zu zweifeln.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht erstaunlich, dass die gestern veröffentlichten Daten über die US-Vorräte kaum nachhaltigen Einfluss auf die Preisbildung hatten. Die Werke von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) waren wieder einmal widerspruchsvoll. Die Zahlen i.E.:

Rohöl: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Bestandsabbau von 1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. ein Bestandsaufbau von 4,3 Mio. Barrel (API). Die Rohölimporte waren vor einem Jahr höher. Das war auch notwendig. Denn die Vorräte standen auf einem historischen Tief. Aktuell befindet sich das Lagerniveau um fast 9% über dem des Vorjahres.

Es wird mehr Heizöl als vor einem Jahr importiert. Die USA decken sich weltweit mit Brennstoff ein. In Deutschland spürt man das an einer untypischen Preisüberhöhung im Norden. Dort wird Ware abgezogen. Mittlerweile sind die US-Vorräte auf dem Niveau der beiden Vorjahre. Sie sind höher als 2001 und deutlich höher als im Jahr 2000. Vor Monten sah die Vorratslage noch beängstigend aus. Inzwischen in alles im Lot. Sogar die Raffinerieverfügbarkeit ist wieder gestiegen.

Betrachtet man nur die Bevorratung und lässt geopolitische Unwägbarkeiten heraus, müssten die Preise deutlich tiefer stehen. Da es aber keine nennenswerten Überkapazitäten der Förderung und der Verarbeitung mehr gibt und da die Welt seit George W. Bushs Präsidentschaft unruhiger geworden ist, herrscht ein latenter Hang zur Preissteigerung. Derzeit halten beide Einflüsse die Waage. Eine kleine Verschiebung zu Gunsten der guten Versorgungslage sollte sich in den nahen Zukunft auswirken.

Der Gasölpreis schließt heute Morgen fast unverändert zu gestern an. Die Tonne kostet 396$.

Unsere Heizölpreise verändern sich gegenüber gestern kaum. Insgesamt sind sie leicht rückläufig. Große Verschiebungen erwarten wir allerdings nicht. Wer demnächst Heizöl benötigt, ist besser beraten, eine ausreichende Lieferzeit vorzusehen, als auf deutlich fallende Preise zu spekulieren. Die Einsparung durch eine flexible Lieferzeit senkt Logistikkosten. Dieser Preisvorteil ist sicher. Die Spekulation auf fallende Preise ist unsicher. Wenn es am Ende sogar eng mit dem Heizöl wird, muss eine Einzelfahrt in Anspruch genommen werden. Die kann teuer kommen.

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