Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Gerüchte vom billigen Einkauf

Fragen Sie einmal unter den Ölheizern herum. Da gibt es extrem viele Experten, die es verstehen, den günstigsten Moment für den Kauf zu erwischen. Sie haben eine Art siebenten Sinn für die Märkte. Ohne sich Tag ein Tag aus mit den Nachrichten und den Preisbewegungen intensiv zu beschäftigen, sind sie in der Lage, die größten Fische in Form der tiefsten Preise aus dem Teich zu ziehen.

Sollte Ihnen nicht das Glück beschieden sein, über genügend Weitsicht und Intuition zu verfügen, müssen Sie sich aber nicht von Selbstzweifeln beuteln lassen. Schauen Sie einmal auf unseren Chart ?Verkaufsmengen?. Sie werden feststellen, dass er im September ein Jahreshoch aufweist. Schauen Sie sich als nächstes einen der Charts ?Heizölpreise? an. Sie werden feststellen, dass der September der Monat mit den höchsten Preisen des Jahres war. D.h., ein großer Teil der Heizölverbraucher lag falsch. Diese Gruppe gehört offensichtlich nicht zu den Bottom-Pickern, also den Tiefstpreis-Käufern.

Nun wollen wir aber nicht mit Fingern auf die Septemberkäufer zeigen. Denn erstens bestand angesichts der Kriegsgefahr um den Irak durchaus die Möglichkeit, dass die Preise weiter nach oben weglaufen. Wir wiesen selber mehrmals darauf hin. Diese Gefahr ist übrigens trotz der momentan veränderten Lage, da die UNO-Resolution endlich unter Dach und Fach ist und die Preise ein Drei-Monats-Tief markieren, noch lange nicht obsolet. Und zweitens können sich die Septemberkäufer durchaus als Gewinner sehen. Denn wie Sie unserem Chart ?Gaspreisvergleich? entnehmen können, lag der Preisvorteil gegenüber dem Erdgas selbst im September noch bei knapp 25% im Mittel.

Den größten Fisch haben die Septemberkäufer also nicht aus dem Teich gezogen. Die Oktoberkäufer zeigen da schon mehr ?Anglerverstand?. Die Septemberkäufer sind übrigens mehrheitlich im Schwäbischen angesiedelt, während die Oktoberkäufer, die vermutlich nur verschlafen haben, sich im September einzudecken, im Norden und Westen der Republik wohnen. Den größten Fisch aber haben die Wintereinkäufer erwischt. Zufallstreffer. Denn Winterkäufer sind häufig diejenigen, die sich überhaupt nicht um den Vorrat kümmern, sondern plötzlich von einem leeren Tank überrascht werden. Es ist eine relativ kleine Gruppe unter den Ölheizern, die vermutlich am Stammtisch und im Freundeskreis nicht einmal über den Heizölpreis spricht.

Nehmen Sie sich also gar nicht erst vor, den optimalen Zeitpunkt für den Einkauf zu erwischen. Sie werden es vermutlich nicht schaffen. Im Augenblick ist der Zeitpunkt nicht schlecht. Zwar fällt der Preis immer noch. Heute Morgen kostet Gasöl in Rotterdam 207,25$ pro Tonne und beginnt die Woche damit beim Freitagstief. Aber vermutlich ist der Abwärtstrend zunächst ausgereizt. Sehr viel sollte kurzfristig nicht mehr zu holen sein.

Gleiches gilt auch für unseren Heizölpreis. Langfristig ist alles drin. Es kann wieder hoch gehen, weil es zum Krieg im Irak kommt. Es kann sehr stark runter gehen, weil die Wirtschaft gänzlich zum Erliegen kommt. Wahrscheinlich kommt es aber ganz anders.

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