Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Grund für den Preisrückgang

Vor einigen Wochen wurden wir von den führenden Köpfen der Öl- und Geldwirtschaft darüber in Kenntnis gesetzt, dass nicht die Spekulation sondern das zu geringe Angebot ursächlich für Ölpreise von annähernd 150 Dollar ist. Nun sind die Preise um 35 Dollar gefallen. Das Angebot hat sich kaum geändert. Daraus müsste man den Schluss ziehen, dass die Nachfrage dramatisch eingebrochen sei. Weltweit wird sie gemäß der jüngsten Prognose der EIA (Behörde des US-Energieministeriums) im dritten Quartal um 0,3 Prozent geringer ausfallen als vor einem Jahr. In China wird eine Nachfragesteigerung von über sechs Prozent erwartet. Die IEA (Internationale Energie Agentur) bleibt bei der Einschätzung, dass die weltweite Nachfrage weiter steigt. Bezogen auf den Ölpreis klingt das wahrlich nicht logisch. Allem Anschein nach ist da also doch eine Spekulationsblase geplatzt. Eine Erklärung liegt auch schon vor. Investoren finden neuen Gefallen am Dollar. Sie verlassen Öl und kaufen Währung. Dabei ist die inflationsbedingte Zinssteigerung wohl interessanter als die Konjunkturaussichten. Letztere sieht man skeptisch, nicht nur für den Dollarraum sondern global. Das ist wenigstens ein fassbarer Grund für den sinkenden Ölpreis. Ob er allerdings real ist, muss sich noch zeigen. Denn wo die Konjunktur wirklich hinsteuert, kann nur spekuliert werden.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Nigeria bekommt Lieferprobleme nicht in den Griff
Atomstreit mit dem Iran
Chinas Nachfrage wächst weiter
Produktionskosten steigen rasant
IEA prognostiziert Versorgungsengpässe ab 2013

preisdrückende (bärische) Einflüsse: US-Konjunktur bringt Nachfragerückgang
EIA und IEA senken Nachfrageprognosen
Rückgang der OECD-Nachfrage
China setzt Inlandspreise für Ölprodukte herauf
Charttechnik: Abwärtstrend der Ölpreise

Unsere Heizölpreise geben wieder nach. Sie nähern sich der von uns geschätzten Zielregion. Charttechnisch sieht die Abwärtsbewegung noch sehr gut aus. Da die Rohölpreise aber nicht mehr sehr weit vom Niveau der Produktionsgrenzkosten entfernt sind, sollte man sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass jeder Trend einmal zu Ende geht. Das gilt besonders für Abwärtstrends. Wer den aktuellen Lauf weiter ausreizen möchte, ist gut beraten, täglich auf die Preisentwicklung zu schauen oder sich unseres Dienstes Preisalarm zu bedienen.

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