Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Gut getimtes Gerücht

Charttechnisch kündigte sich ein Preisrückgang an. Gestern Abend wurde er vollzogen. Das Wirkprinzip klingt eindeutig. Der Eindruck täuscht. Es bedurfte eines äußeren Anlasses, um die Charttechnik in Funktion zu setzten. Dabei handelt es sich um das Gerücht, dass die EU das Ölembargo gegen den Iran um sechs Monate verschieben wird. Einige Länder der Gemeinschaft sind nicht in der Lage, kurzfristig auf iranisches Öl zu verzichten. Genannt werden Italien, Spanien und Griechenland. Diese Namensliste ist das Passwort für jede denkbare politische Maßnahme. Hinsichtlich des Embargos überrascht es nicht, mit ihr die harte Linie der USA in der Iranfrage zu relativieren. Unterstützt wurde der Preisabgang durch die Nachricht von üppigen OECD-Ölvorräten. Sie haben ein 17-Jahres-Hoch erreicht. Gleichwohl gilt die europäische Versorgungslage als verwundbar. Störungen wie ein Ölembargo gegen den Iran oder der Ausfall nigerianischer Lieferungen wirken mit Sicherheit preistreibend. Nigeria steuert auf einen Produktionstopp zu. Eine von zwei Gewerkschaften droht damit, um die Regierung zur Wiedereinführung der Benzinsubventionen zu zwingen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Atomstreit mit dem Iran
Streiks in Nigeria
Raffinerieprobleme in Europa
Kraft- und Brennstoffversorgung in Europa unsicher
Globale Ölnachfrage wächst

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Ölembargo gegen den Iran eventuell verschoben
Hohe OECD-Ölvorräte
Schwere Schuldenkrise in den alten Industrienationen
Ratings wichtiger EU-Länder und Banken vor Herabstufung
EU droht Rezession
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen

Unsere Heizölpreise kommen von ihrem Hoch zurück. Öl- und Devisenmarkt waren ihnen gestern freundlich gesonnen. Der strenge Aufwärtstrend hat damit eine Delle bekommen. Die hat das Potenzial, sich auszuweiten. Sollte die Sanktionsnummer gegen den Iran aus den Schlagzeilen geraten, ist ein Preisrückgang von sechs oder sieben Prozent zum letzen Hoch denkbar. Preisdruck wird zudem vom milden Winter ausgeübt. Der hat die Verkaufsmengen unerwartet deutlich reduziert. Die Lage gibt Verbrauchern Anlass zur Hoffnung, aber nicht zum Übermut hinsichtlich eines möglichen Preisrückgangs. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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