Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Gute Aussichten für die Versorgung

Der Abwärtstrend der Ölpreise ist nicht geschlagen. Vital sieht allerdings anders aus. Nach den Turbulenzen der letzten Tage startete die Ölbörse in beschaulicher Ruhe in die Woche. Diese Ruhe passt zur fundamentalen Lage. Und auch charttechnisch ist beim Öl keine besondere Erregung im Spiel. Anders sieht es beim Dollar aus. Sein Aufwärtstrend macht einen lebendigen Eindruck. Er könnte den Abwärtstrend der Ölpreise erneut anschieben. Große Erwartungen an den Erfolg eines weiteren Preisrückgangs sind aber nicht angebracht.

Wenn man davon ausgeht, dass der Rückgang der Ölpreise eine Folge ihrer Überhöhung war, darf man konstatieren, dass tiefere Preise einen erneuten Anstieg provozieren. Hohe Ölpreise sorgen für ein höheres Angebot und geringeren Verbrauch. Das Angebot steigt, weil sich die Erschließung immer kostspieligerer Quellen lohnt. Der Verbrauch sinkt, weil er zum Sparen zwingt. Umgekehrt verhält es sich bei tieferen Preisen. Dieser Effekt trat in den 1990er Jahren, einem Jahrzehnt mit historischen Tiefstpreisen, besonders zu Tage. Er leitete einen neuen Zeitgeist ein. Energie schien unbegrenzt zur Verfügung zu stehen. Jede Verbrauchssteigerung wurde als Belebung der Wirtschaft gefeiert. Energieverbrauch und Wirtschaftsleistung zu entkoppeln, war kein Thema mehr. Darüber machte man sich in den 1980er Jahre Gedanken. Heute ringt man wieder darum. Man tut sich schwer, weil die Familie der Energieverbraucher enorm gewachsen ist. Ihre Mitglieder gehören unterschiedlichen Generationen an. Interessenkonflikte sind unvermeidbar.

Für die kurzfristige Ölpreisbildung ist das oben zitierte Börsengeschehen relevant. Für die langfristige Betrachtung spielt es keine Rolle. Ölquellen in Betrieb zu nehmen und Infrastruktur zu schaffen, ist eine langfristige Angelegenheit. Wenn das Geld investiert ist und die Einrichtungen aktiv sind, werden sie Jahrzehnte zur Verfügung stehen. Sollte sich während dieser Zeit der Zeitgeist erneut wandeln und der Verbrauch sinken, könnte ein Überangebot die Folge sein. Das könnte es trotz endlicher Ressourcen tatsächlich wieder geben. Ein Preisverfall wäre die Konsequenz. Das Spiel begänne vor vorne.

Kurzfristig kann man eine Überangebotssituation mit der Steuerung von Ölquellen managen. Genau das versuchte die OPEC zu Zeiten niedriger Ölpreise. Es gelang ihr nicht. Aktuell wäre es vermessen von einem Überangebot an Öl zu sprechen. Die hohen Preise haben ihre Ursache schließlich im befürchteten Gegenteil. Eine Knappheit gibt es aber nicht. Während des gesamten letzten Jahres war der Markt gut versorgt. Das wird er vermutlich auf absehbare Zeit auch bleiben. Hierfür spricht die Tatsache, dass die Zunahme des Angebots in den kommenden Monaten höher ausfallen wird als die Zunahme der Nachfrage. Während die Nachfragedaten kontinuierlich gesenkt werden, bleiben die Prognosewerte des Angebots konstant. Im kommenden Frühjahr sollen die Reservekapazitäten wieder bei drei Mio. Barrel pro Tag liegen. Sie waren in den letzten Jahren auf eine Mio. Barrel pro Tag gesunken. Diese Kapazitäten sind wichtig, um auf Störungen und Engpässe reagieren zu können. Mit drei Mio. Barrel kommt die Welt gut aus. Damit könnte beispielsweise der Ausfall des Irans (aktuelle Förderung knapp vier Mio. Barrel) einigermaßen kompensiert werden. Das heißt nicht, dass im Falle einer Eskalation des Atomkonflikts im nächsten Jahr für Preisstabilität gesorgt wäre. Die Börse würde trotz der dann zur Verfügung stehenden Reservekapazitäten verrückt spielen. Den Jahresdurchschnittspreis würde ein solches Ereignis aber weniger stark beeinflussen.

Auf der Nachfrageseite kündigen sich weitere Überraschungen an. Chinas Dieselimporte sollen im August beispielsweise um 40 Prozent gegenüber dem Juli sinken. Diesel wird zur Stromerzeugung und zum Transport gebraucht. Man rechnet damit, dass die Spitze des Verbrauchs einstweilen erreicht ist. Aus Sorge, dass die Preise weiter fallen können, diskutiert man innerhalb der OPEC bereits Ausstoßkürzungen. Die werden mit Sicherheit kommen, sobald Rohöl unter die 100-Dollar-Marke fällt. Dass das der Fall sein wird, ist aus aktueller Sicht zweifelhaft. Für die Versorgungssicherheit ist trotz guter Aussichten für das kommende Jahr der Ausbau und die Erneuerung der Ölinfrastruktur dringend notwendig. Die Kosten hierfür steigen rasant. Das ist in erster Linie der schwierigeren geologischen Situation jeder Quelle geschuldet. Folgenlos bleibt aber auch die Inflation nicht.

Zu den kurzfristigen Effekten auf den Ölpreis gehört das Wetter. Es ist Hurrikansaison in den USA. Die verlief bisher ruhiger als erwartet. Nun entwickelt sich ein Sturm namens Gustav. Er bedroht Öleinrichtungen im Golf von Mexiko. Damit unterstützt er die Preisbildung, die heute Morgen eine leicht steigende Charakteristik aufweist. Die Tonne Gasöl kostet 1.015,50 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 115,77 Dollar.

Unsere Heizölpreise sind gestern gefallen. Insgesamt haben sie sich seit Anfang August seitwärts bewegt. Diese Richtung ist derzeit auch unsere favorisierte Prognose. Da die Börsen (Devisen, Aktien) sehr unruhig sind, kann es in Folge von Dollarturbulenzen jederzeit wieder zu so krassen Bewegungen wie am Donnerstag und Freitag der letzten Woche kommen. Namhafte Spekulanten sehen diese Bewegungen mittelfristig nach oben abdriften. Die Notwendigkeit, sich intensiv mit dem Thema Verbrauchssenkung zu beschäftigen, wird auf unabsehbar lange Zeit erhalten bleiben. Unsere Unterstützung hierfür ist esytrol. Die kostet nichts und bringt wertvolle Erkenntnisse.

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