Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Gute Bestandsentwicklung

Allen Bedenken zum Trotz hält die positive Entwicklung bei den Vorräten an. Damit verstärkt sich der Druck auf die Preise. Eine weitere Abwärtswelle nimmt ihren Lauf. Der Doller setzt seinen Aufwärtstrend nach einer überraschenden Verbesserung der US-Außenhandelsbilanz fort. Das mindert den preisdrückenden Effekt auf unser Heizöl.

Die besorgniserregenden Vorgänge in Venezuela traten gestern angesichts guter Zahlen aus den Häusern IEA (Internationale Energie Agentur), EIA (Energy Information Administration), DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zurück. Die IEA sieht eine Abschwächung des Nachfrageanstiegs der Großverbraucher China und USA. Die EIA konnte Versorgungsängste mit einer Einschätzung zur Reservekapazität der OPEC und hier insbesondere Saudi Arabiens dämpfen. Die Kapazität ist mit gut einer Mio. Barrel pro Tag besser als befürchtet. Langfristig wären durchaus Zweifel an der Versorgungsfähigkeit angebracht. Die wurden aber durch die Vorratsdaten des DOE zerstreut. Das API konnte keinen Teil zur Zerstreuung beitragen, weil dessen Daten als absurd abgetan wurden. Die Daten i.E.:

Rohöl: +2,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. -6,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe beträgt der Aufbau 4,6 (DOE) bzw. der Abbau 3,8 (API) Mio. Barrel. Das API hatte in der letzten Woche abwegig positive Zahlen vorgelegt. Der Rohölvorrat verbesserte sich danach um 10,2 Mio. Barrel. Mit der ebenso abwegigen Zahl dieser Woche kommt das Institut auf einen Gesamtaufbau von 4,1 Mio. Barrel. Für den gleichen Zeitraum gibt das DOE einen Aufbau von 5,3 Mio. Barrel an. Diese Zahlen erlauben ein ausreichendes Vertrauen. Die Wochenzahlen des API erscheinen häufig überzeichnet. Sie finden im daraus abgeleiteten Börsengeschehen weniger Beachtung.

Die Raffinerieverfügbarkeit ist wie zuvor den Umständen entsprechend befriedigend. Die Importe liegen unter dem Wert der Vorwoche aber über Vorjahresniveau. Die Einfuhrmenge beim Heizöl wurde dagegen erneut gesteigert. Endlich macht sich das in den Lagern bemerkbar. Norddeutsche Verbraucher wird dieser Umstand nicht erfreuen. Auf Grund hier abgezogener Ware hebt er nämlich das Preisniveau. Es liegt untypisch über dem des Südens.

Die Lagersituation ist gut. Rohöl gibt es reichlich. Für Heizöl besteht die Hoffnung, dass sich der negative Trend nun umkehrt. Nach dem Bericht der IEA sind auch die Lager der OECD-Länder besser gefüllt als vor einem Jahr. Der hohe Rohölbestand ist aller Voraussicht nach nötig, um das vierte Quartal ungestört überstehen zu können. Denn dann könnten die Ölquellen allein überfordert sein.

Die Charttechnik gibt allen Grund zu der Annahme, dass sich der kurzfristige Abwärtstrend fortsetzt. Ein Vorgang der das Wort Preisverfall verdient, ist allerdings nicht zu erwarten. Z.Z. sieht es vielmehr nach einem moderaten Abstieg aus. Für deutsche Verbraucher könnte sein Effekt durch den Dollaranstieg kompensiert werden.

Der Dollar steht unter positivem Einfluss. Eine Verminderung des Außenhandelsdefizits, gute Arbeitsmarktdaten und die Erwartung weiter steigender Zinsen in den USA erhält den internationalen Geldstrom in die Währung.

Heute Morgen gibt der Gasölpreis deutlich nach. Er wird vom gestrigen Börsengeschehen getrieben. Die Tonne kostet 439,50$.

Unsere Heizölpreise fallen. Nach Tagen des Stillstands erhöhen sie ihre Abwärtsdynamik. Trotz dieses positiven Umstands rechnen wird nicht mit einem regelrechten Preisverfall. Vielmehr erwarten wird einen über Tage andauernden moderaten Rückgang. Die Marke von 40 Cent pro Liter bei 3000 Liter Liefermenge sehen wir weit entfernt und kaum erreichbar.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen