Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Gute US-Bestandsdaten

Die gestern veröffentlichten Daten über die US-Vorräte haben nominell das Potential, die Preise zu drücken. Die Börsen folgten auch zeitweise der Möglichkeit. Aber schließlich setzte sich erneut der Aufwärtstrend durch. Die bullische Grundstimmung hält sich fest im Markt. Der Dollarkurs blieb nahe zu unverändert auf Grund enttäuschender Daten zum US-Wirtschaftswachstum.

DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) sehen die US-Bestandsentwicklung tendenziell gleich. Die Zahlen lauten:

Rohöl: +5,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)

Der Aufbau in den Rohöllagern liegt erneut über den Erwartungen. Die Ahnung darüber scheint die OPEC veranlasst zu haben, ihre Liefermengen nicht weiter erhöhen zu wollen. Sei es drum, sie könnte es auch nur noch unwesentlich. Und genau diese Vermutung verhindert den eigentlich fälligen Preisrückgang. Fällig wäre er mit Blick auf die gute Vorratslage beim Rohöl. Sie war innerhalb der letzten fünf Jahre selten besser als heute.

Die Entwicklung der Benzin- und Heizöllager hält die Preise mit einer gewissen Berechtigung hoch. Der Abbau fällt bei Benzin höher als erwartet aus. Das Produkt ist für die Preisbildung in den kommenden sechs Monaten normalerweise wichtiger als Heizöl. Dessen Bestand fällt geringer als vorhergesagt. Entgegen der Norm führte gestern aber ausgerecht Heizöl die Rückkehr zum Aufwärtstrend an. Heizöl verliert auf Grund der weltweit hohen Dieselnachfrage seinen jahreszeitlichen Charakter. Die Vorratslage war in den letzten fünf Jahren selten schlechter als heute.

Die Importmengen waren in der vergangenen Woche rückläufig. Die Raffinerieverfügbarkeit war trotz des Unfalls in der texanischen BP-Raffinerie deutlich besser als vor einem Jahr. Dennoch bleibt die Raffineriekapazität ein wesentlicher Flaschenhals im Versorgungsnetz.

Charttechnisch hat sich eine interessante Konstellation entwickelt. Das gilt zumindest für den Chart von Texasöl. Er weist ansatzweise ein Doppeltop aus. Der Figur könnte man eine Umkehr der Preise andichten. Der Chart für Rohöl der Sorte Brent zeigt allerdings einen deutlichen Aufwärtstrend ohne Bruch. Diese Interpretation wird immer noch von den meisten Analysten bevorzugt. Nach ihr wird gehandelt. Auch das wurde gestern mit der Preisbewegung nach den Bestandsdaten deutlich.

Nach wie vor bleibt also die Hoffnung auf Preisrückgang etwas für konträr denkende Zeitgeister. Von denen gibt es außer unter Heizölverbrauchern nur wenige Exemplare im Geschäft. Immerhin, die Verbraucher mühen sich durch Kaufzurückhaltung hierzulande redlich, den Markt zu beeinflussen. Die Wirkung bleibt begrenzt. Ihr Einfluss ist im Vergleich zu den großen Abnehmern in der Welt, die laufend Heizöl und Diesel benötigen, gering. So ist zu befürchten, dass Heizöl in einigen Monaten nicht zu einem niedrigeren Preis zu haben sein wird, statt dessen aber auf Grund einer fälligen Kaufwelle Engpässe bei der Belieferung auftreten werden.

Der Gasölpreis steigt heute Morgen wieder über die 500$-Marke. Die Tonne kostet 502$.

Unsere Heizölpreise ziehen an. Der Brennstoff, dessen Produktion mit der von Diesel weitgehend identisch ist, wird weltweit knapp. Denn Diesel ist der Grundstoff für die Wirtschaftsentwicklung in China und Indien. Und Diesel ersetzt zunehmend Benzin als Treibstoff in Europa. Die Aussichten bleiben wenig hoffnungsvoll, dass die Heizölpreise im Jahresverlauf nennenswert sinken werden. Der langfristige Aufwärtstrend zeigt sich sehr stabil.

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