Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Gutes Wetter

Die Ölpreise geben sich verbraucherfreundlich. Gestern drehten die Märkte nach den unerwarteten Preissteigerungen vom Freitag. Mit dieser Wende steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Fortgang des Abwärtstrends. Europa wird daran allerdings auf Grund eines steigenden Dollars wenig Vergnügen haben.

Dem Wetter sei Dank. Die relativ hohen Temperaturen im Nordosten der USA verhelfen einer bärischen Marktstimmung auf die Beine. In Ermangelung substanzvoller Nachrichten orakeln die Händler gemeinsam mit einer Heerschar von Hobbymeteorologen über das Wetter im kommenden Winter. Eine Vorhersage ist unmöglich, aber es soll relativ warm bleiben. Daher kann Öl nicht teuer werden. Wer es glaubt.... Aber kurzfristig passt es wenigstens.

Für Preisdruck sorgt eine Äußerung des russischen Ölministers Yusufov, der die OPEC-Politik kritisiert. Er möchte den Märkten mehr Öl geben und hält eine Preisspanne zwischen 20$ und 25$ für angemessen. Das OPEC-Band zwischen 22$ und 28$ ist seiner Meinung nach überteuert. Die Einlassung wird als Hinweis auf die abgesegnete Ausstoßpolitik Russlands verstanden.

Die börsenrelevante Bewertung der Vorgänge um die größte russische Ölgesellschaft Yukos, sie ist die Weltnummer Vier, scheint sich mit dem Rückzug des Chefs und Hauptaktionärs Michail Chodorkovsky zu beruhigen. Vertrauen fließt zurück. Sowohl die Yukos-Aktien als auch der gesamte russische Aktienmarkt drehten wieder aufwärts.

Einzig die OPEC arbeitet noch gegen fallende Preise. Die Äußerung ihres Präsidenten, dass man dafür sorgen wird, dass die Vorräte im Winter nicht steigen, hallen nach und verhindern einen kräftigeren Preisrückgang.

Charttechnisch sieht es heute so aus, als handelte es sich beim Freitagsanstieg der Preise um eine lupenreine Gegenbewegung zu den Verlusten der Vortage mit kurzer Wirkung.

Sorgenvoll können Verbraucher allerdings auf die Dollarentwicklung blicken. Gute Konjunkturzahlen in den USA geben der Währung einen ordentlichen Schub zur Kurssteigerung. Im Chart entstand ein Bild, dass deutliche Signale für einen beginnenden Aufwärtstrend setzt. Damit würde ein anhaltender Ölpreisverfall für die Geldbeutel der Europäer bedeutungslos verpuffen.

Der Gasölpreis gibt heute Morgen leicht weiter nach, nachdem er gestern bereits schwächer wurde. Die Tonne kostet zur Stunde 250,50$.

Unsere Heizölpreise haben keine Chance, der Abwärtsbewegung am Weltmarkt zu folgen. Der Dollar steht mit seinem Anstieg dazwischen. Wir müssen nach Lage der Dinge von einem Fortgang der jüngsten Dollarstärke ausgehen und sehen deshalb trotz der Möglichkeit, dass die Rohölpreise einen Abwärtstrend hinlegen, allenfalls eine Seitwärtsbewegung unserer Heizölpreise voraus. Nach wie vor gilt, dass das Preisniveau mittelmäßig ist. Wer kaufen muss, sollte nicht lange zögern.

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