Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Höhenflug

Am Freitag sorgte die Diskussion um die strategischen Reserven der USA für fallende Preise. Gestern sorgte die gleiche Diskussion für neue Höchstkurse. Unterstützt wurden die davon fliegenden Preise durch eine Reihe bullischer Argumente. Der Dollar hatte vergleichsweise wenig Einfluss auf die Preisentwicklung in Europa.

Nach dem Willen des US-Senats soll der Zufluss in die strategischen Ölreserven gedrosselt werden. Dieser Entschluss trifft auf den Widerstand der behördlichen Ölwächter. Das DOE (Department of Energy) als Teil des Energieministeriums vertritt vehement eine andere Meinung und betont, dass das Votum des Senats nicht bindend sei. Die in der Öffentlichkeit ausgetragene Diskussion führt zum Gegenteil dessen, was George W. Bush derzeit gebrauchen kann. Die Preise werden gnadenlos aufgetrieben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Präsident am Ende eine Drosselung durchsetzt, ist zwar groß. Aber der freundliche Effekt, der am Freitag für einen überraschenden Preissturz sorgte, ist verpufft. Er wird vermutlich nicht wiederholt.

Weitere Preistreiber waren gestern die Zuordnung der Madrider Bomben zum Terrornetzwerk Al-Kaida, die bestätigten Kürzungsabsichten der OPEC, ein Kälteeinbruch im Nordosten der USA, das leidige Benzinproblem der USA, ein sich anbahnender Kontrollverlust der Regierung in Venezuela, ein neuer Kaufrausch der Fonds und natürlich der Trend selbst. Auf der Gegenseite herrscht gähnende Leere. Es werden keine Argumente für fallende Preise diskutiert.

Sollte dem venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavez die Kontrolle über sein aufbegehrendes Volk tatsächlich abhanden kommen, droht eine Eskalation mit den USA. Venezuela ist der wichtigste Ölversorger der USA. Daher wird er als Vorgarten des eigenen Anwesens betrachtet, in dem man besondere Rechte zu haben glaubt. Das schließt die Legitimation für einen militärischen Eingriff ein.

Wenig Diskussion auf dem Börsenparkett gibt es anscheinend um China. Dabei geht von diesem Land derzeit einer der stärksten fundamentalen Effekte aus. Der riesige Öldurst hält die Nachfrage entgegen aller Erwartungen weiter sehr hoch. In China wurden im letzten Jahr 75% mehr Autos verkauft als im Jahr zuvor. Damit schnellte der Benzinbedarf entsprechend in die Höhe. In diesem Jahr rechnet man mit einer Konsolidierung des Wachstums.

Heute Morgen schlagen sich die vielen bullischen Einflüsse mit einem deutlichen Anstieg im Gasölpreis nieder. Die Tonne kostet 292$.

Unsere Heizölpreise haben die kaufenswerte Zone verlassen. Jetzt sollten nur noch kleine Mengen beschafft werden, wenn ein Trockenlaufen des Tanks droht. Trotz der vielen preistreibenden Argumente rechnen wir nicht mit einem weiteren starken Anstieg der Heizölpreise. Zum Trost für alle Verbraucher, die jetzt Heizöl kaufen müssen, sei gesagt, dass der Brennstoff vor einem Jahr fast 19% teurer war.

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