Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Höhere Preise bestätigt

Gestern stiegen die Kurse kräftig. Die Verluste des Vortags wurden annähernd annulliert. Damit bestätigte der Handel den Preisanstieg vom Wochenbeginn. Zum Wochenausklang erwarten wir keine wesentliche Änderung des Preisniveaus. Der Trend weist eindeutig aufwärts. In vielen Ländern bleibt der Handel am Montag geschlossen. An den wichtigen Marktplätzen in New York und London wird allerdings gearbeitet. Somit werden sich die Preise während des Feiertags bewegen.

Der durch die überraschend positive Veränderung der US-Ölvorräte ausgelöste Preisrückgang erweist sich als nicht nachhaltig. Die allgemeine Stimmung an den Ölmärkten steht unter dem starken Einfluss der Charttechnik und einiger fundamentaler Impressionen. Und die sind eindeutig bullish.

In der nächsten Woche steht das OPEC-Treffen auf dem Programm, von dem eine Reduktion der Quoten erwartet wird. Für das Kartell und für den weltweiten Ölhandel bleibt der Irak ein brisantes Thema. Die Ungewissheit über die zu erwartenden Ölmengen und über die derzeit ruhende OPEC-Mitgliedschaft geben reichlich Stoff für Spekulationen.

Die USA versuchen positive Nachrichten zum Fortschritt des Wiederaufbaus zu verbreiten. Ende Juni sollen 1,5 Mio. Barrel pro Tag Öl produziert werden und am Jahresende sollen es 2 Mio. Barrel sein. Ein Exportterminal im Süden des Iraks ist betriebsbereit. Die Verkaufsorganisation Somo nimmt Gebote für die in der Türkei lagernden 8 Mio. Barrel Rohöl und für 2 Mio. Barrel Basrah-Öl entgegen. Die Mengen sollen zwischen dem 17. und 30. Juni verschifft werden. Um das 2-Mio.-Barrel-Ziel zu erreichen, seien nicht, wie von Skeptikern behauptet wird, mehrere Mrd. Dollar nötig sondern lediglich einige 100 Mio. Dollar.

Analysten sehen die Lage im Irak allerdings skeptisch. Der Aufbau der Ölindustrie verläuft weder im Zeit- noch im Mengenplan. Und selbst die USA räumen ein, dass die Gewinne aus den Ölverkäufen die Kosten für die Reparatur der Kriegsschäden nicht decken könnten. Irakisches Öl wird ca. 3,75$ pro Barrel unter dem Brent-Preis gehandelt. Bei einer Produktion von 2 Mio. Barrel täglich im nächsten Jahr und einem Preis für Irak-Öl von 20$ pro Barrel werden 14-15 Mrd.$ in die Kassen laufen. Das Thema Irak wird die Preise auch weiterhin bewegen.

Heute Morgen zieht der Gasölpreis leicht an. Mit 237,50$ pro Tonne liegt er knapp über der gestrigen Handelsspanne.

Unsere Heizölpreise legen ebenfalls leicht zu. Verglichen mit dem Weltmarkt verhalten sie sich allerdings recht unbewegt. Die Kompensationswirkung des Dollars hat gestern wieder funktioniert, denn die Währung fiel parallel zum Anstieg der Ölpreise. Heizöl behält sein absolut kaufenswertes Niveau bei. Das sollte sich kurzfristig auch nicht ändern.

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