Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Halten statt verkaufen

Starkes Geld hat die Ölpreise gestern vor einem Einbruch bewahrt. Während sich Spekulanten aus Aktien zurückzogen und den Dollar stärkten, hielten sie Ölpapieren die Stange. Das ist im Kontext der Finanzlogik ungewöhnlich und aus fundamentaler Sicht unverständlich. Öl als physisches Mittel der Wirtschaft ist aktuell definitiv zu hoch bewertet. Der Wert des Öl basisiert auf seiner Eigenschaft als Finanztitel. Als solcher kann er sich komplett von der Wirtschaft und vom Aktienmarkt lösen. So geschah es im letzten Jahr und läutete die „größte Krise des Jahrtausends“ ein. Momentan rechnen wir nicht mit einer Fortsetzung aberwitziger Preissteigerungen beim Öl. Einen rasanten Einbruch wird es aber auch noch nicht geben. Zwar haben sich institutionelle Spekulanten im Öl festgefahren. Sie suchen wahrscheinlich händeringend nach einer Exit-Strategie. Derzeit fehlt dieser Suche allerdings das panische Moment, das die Preise einstürzen ließe. Statt dessen wird weiter Geld nachgeschossen, um die Preise zu halten. Man hofft offenbar, sich auf diese Weise bis zum Anziehen der Wirtschaft durchlavieren zu können. Wir glauben nicht, dass das klappt. Irgendwann wird der Einbruch kommen.

preistreibende (bullische) Einflüsse: Für positiv erklärte Konjunkturdaten weltweit
IEA sieht Nachfragebelebung in 2010
Eskalation aufgrund des iranischen Atomprogramms

preisdrückende (bärische) Einflüsse: Zweifel an der wirtschaftlichen Erholung
Schwache Nachfrage weltweit
Aktien geben nach
Heizölschwemme in den USA
Öllager randvoll
Überproduktion von Rohöl
Terminmarktaufsicht will Handelbeschränkungen

Unsere Heizölpreise zieht es im bundesweiten Vergleich immer weiter auseinander. Das Frachtproblem auf den Wasserstraßen hinterlässt starke Spuren. Lager laufen leer. Sie können nicht wiederbefüllt werden, weil Schiffen das Wasser unter den Kielen fehlt. Das gilt hauptsächlich für die südlichen Regionen Deutschlands. Im Norden zeigt sich bereits eine Preisentspannung nach dem heftigen Anstieg am Mittwoch. Diese ist ein Spiegel der Weltmarktpreise. Wie lange die wetterbedingten Wasserstraßenprobleme anhalten, mögen wir nicht spekulieren. Dem Preisauftrieb vom Weltmarkt trauen wir kein nennenswertes weiterführendes Potenzial zu. Die Heizölpreise dürften eher abwärts als aufwärts tendieren. Eine starke Bewegung erwarten wir allerdings nicht. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir www.esytrol.com.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen