Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Haltlos

Entgegen unserer Erwartung machen sich die diversen Probleme der angloamerikanischen Invasion im Irak nicht negativ im Preis bemerkbar. Im Gegenteil, der Abwärtsdrang der Ölpreise setzte sich am Freitag ungebremst fort. Rohöl nimmt inzwischen Anlauf, die Tiefststände vom November 2002 zu erreichen, Gasöl hat ein passables mittleres Langzeitniveau erreicht und unser Heizöl taucht wieder in einen sehr akzeptablen Preiskorridor unterhalb von 0,375 EUR pro Liter im Bundesdurchschnitt ein.

Es hat fast den Anschein, als sei das Kriegsthema für die Ölpreisbildung erledig und man kehrte zum business as usual zurück. Und das heißt momentan, der Preisrückgang begründet den weiteren Preisrückgang. Börsenlogik. Schwer fällt es allerdings, das zu glauben. Der Krieg birgt noch vielfältige Gefahren. Allen voran die explosive Lage in den Anrainerstaaten um den Irak.

Dessen ungeachtet kann man nur feststellen, dass sich die Stimmung der Ölhändler radikal gewandelt hat. Sämtliche Gründe für die hohen Preise der letzten Wochen werden derzeit ins Gegenteil gedreht. Neben dem Kriegsthema ist es vor allen Dingen die Preisbildung für Heizöl, das auf Grund der tiefen Temperaturen in den USA zu einem knappen Gut wurde. Nun wird auf den Märkten verkündet, das die hohen Preise des Winters vollkommen überzogen waren. Das allein reicht in der gegenwärtigen Stimmung aus, um sie weiter in die Tiefe zu ziehen. Angebot und Nachfrage scheinen z.Z. keine Relevanz für die Preisbildung zu haben.

Die Situation der Ölversorgung ist derzeit unklar. Aus dem Irak kommt kein Öl mehr. Damit fallen gut 2. Mio. Barrel pro Tag aus. Aus den anderen Golfstaaten fließen die Ströme vollkommen ungehindert auf die Märkte. Die OPEC produziert dem Vernehmen nach an der oberen Grenze. Mehr Öl ist von ihr nicht zu erwarten. Den Berechnungen zu Folge sollte das allerdings zur ausreichenden Versorgung der Welt genügen.

Heute Morgen verbilligt sich Gasöl weiter. Der Unterschied zum Schlusskurs vom Freitag fällt bei 241,75$ pro Tonne allerdings gering aus. Da in den letzten Tagen große Veränderungen im Tagesverlauf auftraten, ist es sinnlos, aus der geringen Abweichung des Startpreises eine Erwartung abzuleiten.

Unsere Heizölpreise werden erneut nachgeben. Wir bleiben zwar grundsätzlich bei unserer eher skeptischen Haltung hinsichtlich eines weiteren deutlichen Rückgangs der Preise, da uns die nötigen fundamentalen Änderungen fehlen. Der Verlauf belehrt uns allerdings eines Besseren. Die Preise fielen bisher kontinuierlich durch. Der kurzfristige aber kräftige Abwärtstrend hat noch keine Delle. Das begründete die Hoffnung auf seine Fortsetzung. Und schließlich ist eine Übertreibung, in diesem Fall nach unten, vor dem Etablieren eines neuen Niveaus durchaus normal.

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