Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Handel kurzfristig ausgesetzt

Die Schuldenkrise im Euroraum belastet den Kurs des Euro und lässt den Dollar steigen. Das in letzter Zeit wieder zu beobachtende Spiel Dollar rauf, Ölpreis runter legte gestern die Grundstimmung. Als dann am Nachmittag auch noch die US-Bestandszahlen veröffentlicht wurden, ging das Spiel in eine weitere Runde. Die Verluste in New York waren so stark, dass der Handel kurz ausgesetzt wurde. Die US-Bestandszahlen weisen die Lagerbestände von Rohöl und Mineralölprodukten aus. Sie dienen den Börsen als Kennziffer der Wirtschaftstätigkeit in den USA. Gestern wurde eine verschlechterte Wirtschaftstätigkeit diagnostiziert. Die Ölpreise fielen, weil ein so starker Anstieg der Bestände nicht erwartet wurde. Heute Morgen fangen sich die Bullen bereits wieder und treiben die Ölpreise erneut an.

Dabei passt die Reduzierung des Verbrauchs in den alten Industrienationen in den Rahmen der Effizienzsteigerung. Es liegt eigentlich auf der Hand, dass die Unternehmen und Verbraucher dieser Länder wegen der steigenden Energiepreise verstärkt auf Technologie setzen, die weniger Energie verbraucht. Die US-Bestandszahlen müssten also mittelfristig ihren Wert als Kennziffer verlieren, weil der wirtschaftliche Erfolg immer mehr vom Verbrauch abgekoppelt wird. Die Tauglichkeit als tatsächlicher Gradmesser ist wegen des hohen spekulativen Anteils in den Ölpreisen sowieso schon herabgesetzt. Häufig entscheiden gar nicht mehr die realen Zahlen darüber, ob die Ölpreise fallen oder steigen, sondern ob sich die Erwartungen in die Entwicklung erfüllt haben oder ob diese enttäuscht wurden. Es werden also lediglich Wetten auf die Entwicklung abgeschlossen und nicht die Entwicklung bewertet.

Aktuell wurde wieder einmal weniger verbraucht. Die neuen Daten aus den US-Tanklagern sind ein Beleg dafür. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) gaben dazu Folgendes zu Protokoll:

Rohöl: +3,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 4,3 (DOE) bzw. 1,7 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung sinkt auf 82 Prozent.

Die Ölnotierungen steigen heute Morgen bereits wieder. Während in China weitere Maßnahmen befürchtet werden, welche die gestiegene Inflation drosseln sollen, bleiben die Finanzjongleure guten Mutes, dass die Wertentwicklung beim Rohöl weiterhin positiv bleibt. Heute Morgen sind bereits entsprechende Zeichen an den Börsen zu erkennen. Die Tonne Gasöl kostet 922 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 99,35 und in London zu 113,65 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 70,29 Eurocent.

Unsere Heizölpreise gaben gestern Abend erneut nach. Heute Morgen müssen bereits Korrekturen vorgenommen werden. Trotz der Verunsicherung der letzten Tage bleibt die Grundstimmung im Markt erhalten. Die Weltwirtschaft bleibt wegen der großen Finanzspritzen in Fahrt und trotz der oben beschriebenen Zusammenhänge in den alten Industrienationen geht damit eine Steigerung des Ölverbrauchs einher. Die sogenannten Schwellenländer und die jungen Industrienationen heben den Gesamtverbrauch an. Für den deutschen Verbraucher wirkt sich die Schuldenkrise im Euroraum negativ aus. Der geschwächte Euro verteuert die Ölimporte. Trotz der erfreulichen Preisabschläge sehen wir aufgrund der hohen Aktivität der Finanzszene im Ölmarkt die Gefahr weiterer Teuerungen als gegeben an. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Das beginnt mit dem Vermessen desselben. Hierzu empfehlen wir unseren elektronischen Peilstab und www.esytrol.com.

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