Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Hartnäckigkeit siegt

Nun ist es vollbracht. Alte Limits sind überschritten. Der Ölpreis ist im Aufwärtstrend. Glückwunsch an die Finanzszene. Eure Hartnäckigkeit hat sich durchgesetzt. Ihr habt immer an Euch geglaubt. Der Sieg gehört Euch. Unser Mitgefühl gehört allerdings dem Verlierer, den Verbrauchern. Sie bezahlen für Euren Gewinn. Natürlich bezahlen sie nicht direkt an Euch. Das Geld geht an die Ölgesellschaften, mit denen Ihr weder verwandt noch verschwägert seid. Bekommt Ihr eigentlich Provision von den zufälligen Nutznießern Eurer Finanzspiele?

Das Spiel gestern war famos. Früh habt Ihr Gas gegeben und die Preise vor Euch hergetrieben. Dann kam dieser kritische Moment der Bekanntgabe der US-Bestandszahlen. Die so wichtigen Daten vom DOE (Department of Energy) machten Euch schwer zu schaffen. Sie waren ein krasser Konter, den Ihr mit erheblichen Verlusten einstecken musstet. Fast wäre der schöne Tagestrend gekippt. Aber Ihr kamt ins Spiel zurück und konntet schließlich das alte Tagestop noch übertreffen. Welch eine Leistung, zumal die Randbedingungen außerordentlich schlecht waren. Die US-Arbeitsmarktdaten fielen glatt durch. Es deutet sich weiterhin keine Trendwende der Beschäftigungslage an. Die verschuldeten US-Verbraucher haben keine Jobs, um ihre Kredite abzustottern. Das bekommen die kleineren Geschäftsbanken bitter zu spüren. Ok, Euch Investmentcracks stört das nicht. Ihr macht mit den Arbeitslosen sowieso kein Geschäft. Die Daten über die Industrieaufträge waren auch nicht gut. Daran sollte Euch schon etwas mehr gelegen sein. Immerhin könntet Ihr über eine prosperierende Industrietätigkeit einen steigenden Ölverbrauch formulieren. Das geht nun leider auch nicht. Egal, wäre ohnehin unwahr. Gut, dass die Ölproduktion im Irak im März um 13 Prozent einbrach. Das war mal ein Argument. Es wird nicht lange halten. Aber was soll’s. Und dann ist da noch das Gerede über kriegerische Möglichkeiten wegen den Iran für den Fall, dass die politischen Bemühungen im Atomstreit endgültig fehlschlagen. Solche Szenarien machen Euch Bullen schon gute Stimmung. Ja, super, nun aber mal zu den Fakten.

DOE und API (American Petroleum Institute) meldeten gestern folgende Zahlen zu den wöchentlichen Veränderungen in den US-Öllagern:

Rohöl: +2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,0 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 2,1 (DOE) bzw. ein Abbau von 1,5 (API) Mio. Barrel. Die Importe sind erneut geringer als in der Vorwoche und im Vorjahr. Die Raffinerieauslastung ist auf 83 Prozent geklettert. Die Steigerung ist für die Umstände bemerkenswert. Es ist aber immer noch viel ungenutzte Kapazität vorhanden. Diese Information sollten vor allen Dingen all jene Journalisten zur Kenntnis nehmen, die in diesen Tagen von angespannter Versorgungslage beim Benzin schreiben.

Heute Morgen spricht vieles dafür, dass die Preise dem Aufwärtstrend weiter folgen werden. Zum Tagesbeginn bleiben die Preise auf hohem Niveau ruhig. Immerhin, der Dollar hat gestern ordentlich abgegeben. Sein Aufwärtstrend steht damit in Frage. Die Tonne Gasöl kostet 685,75 Dollar. Das Barrel Rohöl kostet in New York 83,42. Der US-Dollar wird zu 74 Eurocent gehandelt.

Unsere Heizölpreise treibt es immer höher. Dieses Mal stellt nicht der Dollar, sondern das Öl die Triebkraft. Der Dollar dämpft die Bewegung sogar. Kurzfristig ist kaum damit zu rechnen, dass sich an der Bewegungsrichtung irgendetwas ändert. Heizöl wird teurer werden. Es wäre falsch zu glauben, dass das an einer hohen Nachfrage liegt. Die gibt es nicht. Es liegt an den Finanzspielen der Industrie. Als Verbraucher muss man hoffen, dass sie sich abermals die Finger bzw. die Portfolien verbrennt. Die Hoffnungen ruhen auf dem Herbst. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir http://www.esytrol.com. Übrigens, nichts an diesem Artikel ist ein Aprilscherz. Es entspricht alles der empfundenen Wahrheit.

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