Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Der Markt braucht Beruhigung

Internationaler Markt

An den Ölbörsen werden Preissteigerungen getestet. Nach den starken Verlusten der letzten Tage und Wochen ist das ein Vorgang, der auch ohne Impulse aus dem physischen Markt funktioniert. Da aber dieser physische Markt weiterhin erheblich mehr Öl als Nachfrage zu bieten hat, dürften die Preissteigerungen zu einem kurzen Intermezzo verkommen. Tendenziell sollten die Notierungen weiter fallen. Hauptursache für die Überversorgung des Markts ist der Wartungszyklus europäischer und asiatischer Raffinerien. Aus der Öl zockenden Finanzbranche verlautet, dass dadurch rund acht Prozent des Rohölangebots keinen Abnehmer finden. Ausfälle durch Störungen liegen derzeit bei einem Zwanzigstel des Überangebots. Mit ihnen lässt sich kein ernsthaftes bullisches Argument entwickeln. Der hohe Überschuss ist nicht amtlich. Zu ihm gibt es auch andere Nennungen. Möglicherweise haben Teile der Finanzszene Interesse, eine temporäre Abwärtsbewegung zu provozieren, um aus der Wiederinbetriebnahme der Raffinerien und den dann zu erwartenden Preissteigerungen Gewinne zu erzielen. Das spekulative Engagement der Szene wächst ungebrochen weiter. Daran konnte das Fehlen von Knappheit bisher nichts ändern.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legten vor dem Wochenende einen ordentlichen Anstieg hin. Der hat kaum etwas mit den Vorgaben des globalen Börsengeschehens zu tun. Ursächlich ist der Kauf-Tsunami, der den Binnenmarkt überfällt. Dadurch wird das System überfordert. Lager liefen bereits leer und die eigentlich üppige Tankwagenflotte ist vielerorts zu klein, um die Bestellungen zeitnah liefern zu können. Die Regelgröße der Marktwirtschaft ist der Preis. Er legte bisher um drei bis vier Prozent (bei 3.000 Liter) zu. Wahrscheinlich reicht das für die nötige Dämpfung der Kaufbereitschaft. Sollte die Kaufwelle nicht abebben, wird es allerdings zu weiteren Preissteigerungen kommen. Falls die Marktberuhigung glückt, werden die Preise wieder sinken. Dabei könnten sie den alten Tiefststand der Vorwoche sogar unterschreiten. Wer auf einem fast leeren Tankt sitzt, findet in dieser spekulativen Beschreibung wenig Hilfe. Er sollte kaufen. Immerhin ist Heizöl günstiger als zum Vergleichzeitpunkt der letzten beiden Jahre. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Kundenansturm überfordert Binnenmarkt
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
China wächst weiterhin
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US- und Nordseeförderungen steigen
Südsudan kehrt als Lieferant zum Markt zurück
Libyen produziert wieder auf Vorkriegsniveau
Saudi Arabien nimmt neues Offshore-Ölfeld Manifa früher in Betrieb
Sehr viel Öl am Markt
EIA- und OPEC-Monatsberichte nennen schwache Nachfrage
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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