Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Kein Geschäft für Bullen

Internationaler Markt

Zypern wankt mit seinen Banken. Die europäische Wirtschaft hat ernsthafte Probleme. China, die USA und Deutschland laufen auch nicht so, wie sich Wachstumsideologen das vorstellen. Auf dieser Basis werden Phantasien zur Nachfragesteigerung beim Öl so kalt wie der aktuelle Frühling. Damit ist die Misere eines spekulativen Ölpapierinvestors aber noch nicht vollständig beschrieben. Er muss nun Folgendes zur Kenntnis nehmen: Die diversen Lecks und Missfunktionen an der globalen Ölinfrastruktur sind weitgehend behoben. Die USA kommen mit ihrem Umbau der Transportwege zur Verteilung des neuen Ölreichtums voran. Ihre Rohölproduktion ist im Februar um annähernd 14 Prozent gestiegen und hat ein 20-Jahres-Hoch erreicht. Die Rohölimporte fielen dadurch auf ein 16-Jahres-Tief. Die Rohölbestände stehen auf einem 82-Jahres-Hoch. Das ist eine beeindruckende Angebotsbeschreibung. Ihr stehen ein Rückgang für die gesamte Ölnachfrage von 4,1 Prozent im Februar und damit ein 20-Jahres-Minimum gegenüber. Einziger Schmerzstiller für den Ölbullen ist der Heizöl- und Dieselvorrat. Er steht auf einem 5-Jahres-Tief. Damit könnte er etwas Geld retten, aber für Heizöl interessiert sich nach dem Winter niemand mehr. So werden sich die kurzfristig auf Gewinn ausgerichteten Zocker wohl von ihren Ölpapieren trennen und die Notierungen weiter fallen lassen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise wurden gestern etwas teurer. Das ist die Konsequenz aus sinkenden Euro- bzw. anziehenden Dollarkursen. An den Ölnotierungen lag es nicht. Die tendieren abwärts. Der Binnenmarkt erlaubt etwas höhere Margen. Auch sie tragen einen kleinen Anteil zum Ergebnis bei. Die Aussichten auf nachgebende Heizölpreise sind sowohl kurz- als auch mittelfristig gut. Stören können nur absurde Eingriffe zur vermeintlichen Stabilisierung des dauermaroden Geld- und Finanzsystems. Die nächste Rettungstranche der Notenbanken wird Heizöl unabhängig von der globalen Angebotssituation verteuern. Die Preisschwankungen werden dabei aber erträglich bleiben. Hinsichtlich der Energieverteuerung werden Heizölverbraucher in diesem Jahr höchstwahrscheinlich besser bedient werden als alle anderen Energieverbraucher. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
China wächst weiterhin
EIA sieht Nachfrage derzeit größer als das Angebot
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Euro-Krise wieder in den Schlagzeilen
US-Förderung steigt deutlich
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Genug Öl am Markt
US-Raffineriekapazität steigt in Kürze wieder

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