Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Kundenansturm überfordert den Handel

Internationaler Markt

Dem starken Rückgang der Ölnotierungen folgte gestern eine deutliche Gegenreaktion. Derzeit ist sie eher ein Akt der Konsolidierung als ein Zeichen für eine Trendwende. Die Wirtschaftsdaten sind weiterhin schwach. Das Angebot ist außergewöhnlich hoch. Man muss aus einer Mücke einen Elefanten machen, um die aktuellen Störungen im Versorgungssystem als Bedrohung der komfortablen Angebotslage anzusehen. Die Andeutung aus OPEC-Kreisen, ein Sondertreffen einberufen zu wollen, um einen Beschluss für eine Mengendrosselung zu erwirken, ist ebenfalls ein ziemlich stumpfes Schwert im Kampf gegen erodierende Preise. Im Club herrscht hoher Wettbewerb um die notwendigen Öleinnahmen, die durch beachtliche Produktionsfortschritte der USA infrage gestellt werden. Im März erreichte diese Produktion ein 21-Jahres-Hoch. Das führte bei den Rohölimporten zu einem 15-Jahres-Tief. Finanzjongleure brauchen ein paar gute Psychologen, wenn sie die Angst vor weiteren Verlusten in einem derartigen Marktumfeld überwinden wollen. Zutrauen sollte man ihnen das fast Unmögliche allerdings.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehen den rasanten Abgang der letzten Tage in einen kräftigen Anstieg um. Der geht zu einem kleinen Teil auf das Konto anziehender Ölnotierungen an den Börsen. Schwerer wiegt die Überforderung des Binnenmarkts durch einen explosionsartigen Kundenansturm. Tanklager werden schlagartig leer gekauft. Die Tankwagenflotte, die die meiste Zeit des Jahres überdimensioniert ist, reicht nicht mehr aus, um die Bestellungen zeitnah abzuliefern. Die natürliche Marktreaktion auf eine so extreme Lage ist ein deutlicher Margenanstieg. Vor einer Woche bezeichneten wir die Marke von 80 Cent pro Liter (für 3.000 Liter) als Nagelprobe für die weitere Entwicklung. Nun herrscht an dieser Marke große Unruhe. Bei anhaltendem Bestell-Tsunami ist ein Durchbruch nicht denkbar. Unter geordneten Verhältnissen sollte noch ein wenig mehr Abgang möglich sein. Fakt ist allerdings, dass Kunden mit dem aktuellen Preis gut bedient sind. Heizöl ist deutlich günstiger als vor 12 und vor 24 Monaten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Kundenansturm überfordert Binnenmarkt
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
China wächst weiterhin
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US- und Nordseeförderungen steigen
Südsudan kehrt als Lieferant zum Markt zurück
Libyen produziert wieder auf Vorkriegsniveau
Saudi Arabien nimmt neues Offshore-Ölfeld Manifa früher in Betrieb
Sehr viel Öl am Markt
EIA- und OPEC-Monatsberichte nennen schwache Nachfrage
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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