Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Nach der Krise ist vor der Krise

Internationaler Markt

Während die Bankenkrise in Zypern in eine geordnete Wirtschaftskrise überführt wird, kehrt der Rest der Welt zur Tagesordnung zurück. Die zyprische Bankenkrise war interessant, weil sie das dem Platzen nahe Bankensystem fast zerlegt hätte und damit bedeutende Interessen bedrohte. Die zyprische Wirtschaftskrise ist ohne internationale Bedeutung, weil nur Zyprer leiden werden. Die Rückkehr zur Ordnung im globalen Finanzkasino manifestiert sich im Ende des kurzfristigen Abwärtstrends beim Euro. Entgegen der Annahme während der wilden Zyperntage gleitet die Gemeinschaftswährung nicht ab. Sie pendelt dem mittleren Niveau der letzten vier Jahre entgegen. Nach der Krise ist vor der Krise. Über kurz oder lang wird die nächste Finanzbombe hochgehen. Wahrscheinlicher Detonationsort ist erneut Europa. Zudem ringt man in den großen Geldzonen, Dollar-, Euro- und Yenraum, um die Abwertung der jeweiligen Währung. Derzeit ist das das letzte Aufgebot im Versuch, gesellschaftliche Fortentwicklung in das alte Wachstumsparadigma zu pressen. Die USA erlebten in dieser Sache ein paar hoffnungsvolle Wochen. Nun werden sie erneut mit der Realität wegbrechender Arbeitsplätze konfrontiert. In Europa ist diese Realität die einzig verlässliche Konstante.

Die Ölwelt sieht derzeit anders aus. Sie strotzt vor Zuversicht. Dank der hohen Preise, zu denen die Existenz sehr viel überschüssigen Geldes beiträgt, lohnt sich die Anwendung teurer Fördertechnik, mit der Öl zutage gebracht wird, das vor Kurzem noch als unförderbar galt. Dieser Umstand wird ein paar Jahre andauern, bis das nun erreichbare Öl ähnlich knapp wird wie das zuvor geförderte konventionelle Öl. Wenn der rezessive Grundton der Wirtschaft während dieser Zeit andauert, gibt es eine gute Chance, dass sich die Preise auf dem aktuellen Niveau oder sogar etwas tiefer einpendeln werden. Der Abwärtstrend der Ölnotierungen ist weiterhin intakt.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise lösen den Zypernschock auf. Sie korrigieren scharf abwärts. Gestern kam der Druck von den Öl- und den Dollarnotierungen. Der Trend bleibt freundlich für Verbraucher. Dazu trägt nicht zuletzt der solide versorgte Binnenmarkt bei. Die Margen werden nur kurzzeitig durch eine hohe Anzahl von Leerstehern aufgetrieben. Ich gehe davon aus, dass die kommenden Wochen moderat fallende Heizölpreise bringen werden. Gefahren, die nichts mit dem Ölmarkt zu tun haben, wie die in Zypern, lauern selbstverständlich permanent in dem vollkommen überdrehten Finanzsystem. Wer sich durch diese Gefahren gestresst fühlt, sollte die aktuelle Situation zum Kauf nutzen. Heizöl ist bei einer Partie von 3.000 Liter rund fünf Prozent günstiger als vor einem Jahr. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
China wächst weiterhin
Kleine Störungen in Ölinfrastrukturen
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Förderung steigt deutlich
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Genug Öl am Markt
US-Raffineriekapazität steigt in Kürze wieder
Südsudan kehrt als Lieferant zum Markt zurück

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