Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Neues Spiel – neues Glück

Internationaler Markt

Gestern standen zwei wichtige Ereignisse auf der Agenda. Das erste Ereignis betraf die Devisenmärkte, das zweite die Ölbörsen. Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank (Fed) äußerte sich zur Geld- und Zinspolitik in den USA. Er ruderte von seinen Äußerungen über ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik zurück. Aber nicht nur, dass er den Einstieg in den Ausstieg nach hinten verschob, er eröffnete sich sogar wieder die Option noch mehr Geld zu drucken, wenn dies die US-Wirtschaftsdaten erforderlich machten. Zwar bestätigte er erneut die Kriterien, nach denen sich diese Politik ändern könne, aber er wies den Weg bereits in das neue Jahr und damit in eine Zukunft, die in der es möglich sei, noch länger die Finanzmärkte mit Geld zu versorgen. Er selber wird dann wahrscheinlich nicht mehr im Amt sein. Er machte auch deutlich, dass es sich bei den Anleihekäufen und den Leitzinsen um unabhängige Instrumente handele. Das bedeutet, dass er seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger alle Wege offen lassen wollte, die aufgeworfenen Probleme in eigener Manier zu begleiten. Es ist davon auszugehen, dass bis zur Neubesetzung seiner Position nichts geschehen wird. Der Euro hatte sich zuletzt wieder erholt und konnte sogar die Marke von 1,31 Dollar überspringen. Die Geldschwemme in den USA bedeutet für den deutschen Heizölverbraucher zunächst, dass sich der Import verbilligt.

Leider hat die lockere Geldpolitik aber auch Einfluss auf den Ölpreis. Dort wird wild spekuliert und sollte es mal nicht mit der Spekulation klappen, wird einfach neues Geld angefordert. Es gibt insofern die Tendenz, dass das überschüssige Geld in Ölpapiere angelegt wird und damit die Ölpreise verteuert.

Das zweite wichtige Ereignis für die Heizölpreise am gestrigen Tag war die Veröffentlichung der US-Bestandsdaten. Ihre Veränderungen sind ein wöchentlicher Anlass zur Spekulation. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden berichtenden Organisationen, meldeten folgende Zahlen über die wöchentliche Lagerbewegung:

Rohöl: -6,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,6 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +3,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,1 (DOE) bzw. 3,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf hohe 93 Prozent gestiegen. Die Zahlen sind uneinheitlich. Dem starken Abbau beim Rohöl stehen unerwartet hohe Aufbauten bei den Produkten gegenüber. Zum Ende des Handelstages überwog die bullische Wirkung des Rohölabbaus und die ebenfalls bullischen Äußerungen von US-Notenbankchef Bernanke. Die Ölnotierungen zogen im Verlauf des Handelstages an.

Heute Morgen ziehen die Ölnotierungen aufwärts. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 925,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 106,45 Dollar und in London zu 108,52 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,38 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen deutlich. Der Anstieg rührt von den anziehenden Ölnotierungen. Der Euro hält sich tapfer, kann aber der Anschubwirkung der lockeren US-Geldpolitik nichts entgegensetzen. Sie beweist erneut ihre preistreibende Wirkung auf die Verbraucherpreise. Der kurzfristige Aufwärtstrend der Heizölpreise wird also fortgesetzt. Mittelfristig sind wir nun an der oberen Kante des Abwärtstrends angekommen. Es besteht die Gefahr, dass er beendet wird. Im Jahresvergleich stehen die Heizölpreise immer noch gut dar. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es an der Zeit ist, neben der Reduzierung des Verbrauchs auch an eine Kompensation des CO2-Ausstoßes zu denken. Deswegen bieten wir die Möglichkeit an, Heizöl bundesweit CO2-neutral zu kaufen. Bitte informieren Sie sich auf unseren Seiten über das unterstützte Projekt.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Es gibt kein Ende der lockeren Geldpolitik
US-Bestandsdaten
Ägypten ist ein Problemfall
Rohölbedarf soll deutlich steigen
Einige kleine Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Fallender Dollar
Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
Produktenangebot soll deutlich steigen
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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