Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Preise zappeln auf der Stelle

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen bewegten sich in den letzen Tagen wenig. Der bullische Lauf ist zum Stillstand gekommen. Um ihn umzudrehen, wird mehr gebraucht als das Wissen um die gute Versorgungslage. Die Stabilität des Finanzsystems müsste erneut ins Gerede kommen. Das größte Potenzial in dieser Sache hat nach wie vor der Euroraum. Hier sind die alten Bekannten Griechenland, Portugal, Spanien und Italien immer für einen Schock gut. Als heißester Kandidat nach Zypern gilt derzeit allerdings Slowenien. Im Laufe des Sommers wird sicher eine neue Wackelpartie mit anschließender Rettungsrunde aufgeführt werden.

Der physische Ölmarkt weist ein paar Störungen und ein großes Angebot auf. Insgesamt ist die Lage ruhig. Das wird in den aktuellen US-Bestandsdaten sehr gut wiedergegeben. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die berichtenden Institutionen, präsentierten für die abgelaufene Woche vollkommen unspektakuläre bärische Werte. Sie lauten wie folgt:

Rohöl: +0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,1 (DOE) bzw. 1,6 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 87 Prozent. Der Wert ist auskömmlich, angesichts der schwachen Benzinnachfrage sogar gut. Ihr wird für den Sommer ein Zwölf-Jahres-Tief prognostiziert.

Finanzjongleure hoffen noch, dass die Prognose fehlschlägt und die Nachfrage unerwartet anzieht. Sie speisen ihre Phantasie aus erfreulichen Wochenberichten zum US-Arbeitsmarkt. Mehr Arbeit bedeutet mehr Fahrten zur Arbeit ergo mehr Benzinverbrauch in der Logik der Finanzszene. Inwieweit die Arbeitmarktberichte die Realität repräsentierten wird sich erst nach Monaten herausstellen, da diese in den USA im Gegensatz zu Statements der deutschen Agentur für Arbeit auf Erhebungen und somit auf Stichproben basieren.

Heute Morgen geben die Ölnotierungen nach. Sie folgen damit dem Bild der letzten Tage, das ein Ab und Auf im Tagesverlauf bot. Insgesamt kam dabei eine Seitwärtsbewegung heraus. Die Tonne Gasöl kostet 868 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 95,88 Dollar und in London zu 104,02 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,77 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen ein wenig. Das haben sie dem anziehenden Dollar zu verdanken. Über die Börsen kommt derzeit kaum Dynamik ins Geschehen. Der Binnenmarkt ist ebenfalls ruhig. Alles sieht nach einer Konsolidierungsphase mit offenem Ausgang aus. Die kurz- und mittelfristigen Abwärtstrends sind weiterhin intakt. Es ist also durchaus angebracht, auf günstigeres Heizöl zu spekulieren. Dabei sollte man nicht verkennen, dass es im Vergleich zum Vorjahr schon seit Monaten günstig ist. Ein Kauf ist so betrachtet immer ein gutes Geschäft. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: EZB macht Geld locker
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
Einige kleine Infrastrukturstörungen
China wächst weiterhin
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US- und Nordseeförderungen steigen
Saudi Arabien will Förderkapazitäten ausbauen
Sehr viel Öl am Markt
EIA-Monatsbericht prognostiziert schwache Nachfrage
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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