Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Regierung macht Druck für Verbrauchssenkung

Internationaler Markt

Hierzulande dienen Banken Produktion und Handel, jedenfalls in der Theorie. In Großbritannien und den USA dienen sie sich selbst. Deshalb werden morgendliche Ölpreisbewegungen üblicherweise in der Londoner Finanzszene entfacht. Am Nachmittag geben dann die Kollegen in New York Gas. Gestern hatten die Engländer Early May Bank Holiday und die Preise Stillstand bis die Amerikaner aufwachten. Dann ging es abwärts. Am Ende waren die Ölnotierungen gut ein Prozent billiger. Die vor dem Wochenende aufgebaute Ukraine-Risiko-Prämie war eliminiert.

Die Kämpfe der verfeindeten ukrainischen Gruppen werden zwar heftiger, der Ost-West-Konflikt der „Schutzmächte“ entspannt sich aber. Sie haben die Kontrolle über die bürgerkriegsähnlichen Vorgänge verloren und beginnen, die Notwendigkeit eines gemeinsamen Handelns zu erkennen. Die Verschärfung von Wirtschaftssanktionen verschwindet von der Agenda. Energieströme aus Russland stehen nicht mehr infrage. Die Ölpreise können in den Normalmodus zurückkehren. Der ist bärisch. Und die Moral von der Geschicht, die Ukraine und ihre Menschen interessieren die Supermächte nicht. Sie sind hüben wie drüben die Staffage für innenpolitisches Theater der großen Zampanos.

Der Abgang der Ölpreise wäre sicher noch dynamischer verlaufen, wenn der Wiedereintritt Libyens als Ölmacht Fortschritte gemacht hätte. Hat er aber nicht. Nun sind zwar ein paar kleinere Ölhäfen von Separatisten freigegeben und funktionsfähig. Dafür streiken Pipeline-Arbeiter für mehr Lohn. Sie blockieren die Verbindung zwischen den Ölfeldern und den Verladeterminals. Die Regierung zeigt sich optimistisch, dass sie auch dieses Problem lösen kann. Allein die Haltung, sich in einem zerfallenden Land nicht dem Fatalismus hinzugeben, verdient Respekt.

Hilfreich für die bärische Ausprägung der Preise waren gestern schwache Konjunkturdaten aus China. Diese fallen mittlerweile regelmäßig schlechter aus, als sich Wachstumsanbeter das wünschen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass China immer noch die unangefochtene Lokomotive der Weltwirtschaft ist und allein über die Hälfte des globalen Nachfragezuwachses beim Öl verantwortet. Bei der Kohle geht mehr als das weltweite Nachfragewachstum auf Chinas Kappe. Das ist nur möglich, weil andere Länder ihre Kohleabhängigkeit reduzieren, allen voran die USA.

Heute Morgen ist den Preisen noch keine Tagestendenz zu entlocken. Dafür werden wahrscheinlich wieder die New Yorker Finanzjongleure zuständig sein. Für welche Richtung sie sich entscheiden werden, ändert nichts an der Tatsache, dass die Notierungen mittelfristig einem leicht bärischen Lauf folgen. Die Tonne Gasöl kostet 900,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 99,52 Dollar und in London zu 107,70 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,02 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise befinden sich auf einem moderaten Abwärtskurs. Die Vorgabe dazu kommt von den Ölbörsen. Der Binnenmarkt ist nach wie vor recht ruhig. Das wird durch unser Heizölkauf-Barometer bestätigt. Eingepreiste Rabatte zur Belebung des Geschäfts verpuffen weitgehend wirkungslos. Unser Tiefpreis-System signalisiert in südlichen Regionen allerdings schon wieder kaufbare Preise. Da der Abwärtstrend wahrscheinlich bald ein neues Preistief herbeiführen wird, dürften die Käufe spätestens dann wieder anziehen. Damit würden die Rabatte entfallen und weitere Preisnachlässe zeitweise blockiert werden. Die Kundenerwartung ist deutlich auf sinkende Preise ausgerichtet. Das sehen wir auch so, allerdings mit eher schwacher Dynamik.
An dieser Stelle weisen wir üblicherweise auf den Sinn verbrauchsreduzierender Maßnahmen und Verhaltensweisen hin. Heute erinnern wir an die seit dem 1. Mai bestehende gesetzliche Pflicht hierzu. Außerdem besteht die Pflicht zur Energietransparenz, das heißt zur Darstellung des Wärmebedarfs einer Immobilie. Beides, Erhöhung der Effizienz und Energieausweispflicht, besteht allerdings nur im Fall von Vermietung und Verkauf. Bei uns finden Sie Technik und Hilfe für die Darstellung des Wärmebedarfs. Für das eigene Haus ist der e-Peilstab geeignet. Ein Protokoll des Verbrauchs mit Auswertungsmöglichkeiten können Sie mit esytrol erstellen. Sollten Sie den Wärmebedarf einer vermieteten Immobilie aus der Ferne analysieren wollen, hilft Ihnen unser t-Peilstab weiter. Wenn Sie Maßnahmen zur energetischen Sanierung Ihres selbstbewohnten Hauses planen, empfiehlt sich ebenfalls die Protokollierung des Wärmeverbrauchs. Damit können Sie später Versprechungen Ihrer Dienstleister und Handwerker kontrollieren.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libysche Ölindustrie kommt nicht auf die Beine
Freundliche US-Konjunkturzahlen
Weniger Öl aus der Nordsee

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache Konjunkturdaten aus China
Rezessionsgefahr in Russland
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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