Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: US-Bestandsdaten drücken die Ölpreise

Internationaler Markt

Der Chef der US-Notenbank hat das getan, was viele erwartet hatten. Er ist und bleibt ein Anhänger der lockeren Geldpolitik. Gestern teilte er der Welt und damit den Finanzmärkten mit, dass sich zunächst nichts an der Geldpolitik der US-Notenbank ändern wird. Er wiederholte aber auch das Ziel seiner Aktionen, nämlich die Senkung der Arbeitslosenquote in den USA. Als erste reagierten die Aktien- und Devisenmärkte. Die Aktienmärkte steuerten nach kurzer Euphorie wieder auf den bisherigen Aufwärtstrend zurück. An den Devisenmärkten verlor der Dollar kurz, um dann gestärkt aus dem Handelstag zu gehen. Ein gestärkter Dollar ist wegen der im internationalen Handel verwendeten Verrechnung in Dollar schlecht für den Heizölpreis.

Nachdem Ben Bernanke seine Aussagen gemacht hatte, folgten die Ölmärkte für kurze Zeit den Aktienmärkten. Allerdings werden Woche für Woche die Veränderungen in den US-Ölvorräten bekannt gegeben. Sie sind immer wieder Objekt von spekulativen Wetten. Die gestern veröffentlichten Bestandsdaten sorgten aber nicht für eine spekulative Kauflaune, denn sie stiegen erneut an. Die aktuellen Zahlen der berichtenden Institutionen DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) lauten wie folgt:

Rohöl: -0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,6 (DOE) bzw. 4,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung fiel um einen knappen Prozentpunkt auf 87 Prozent. Der Wert ist ordentlich, angesichts der schwachen Benzinnachfrage sogar sehr gut.

Die Ernüchterung über die Worte Ben Bernankes und die erneut gestiegenen Bestände sorgten sodann auch für einen weiteren Preisrutsch bei den Ölnotierungen. Auch wenn die US-Notenbank weiter Geld ins Finanzsystem pumpt, bleibt doch der fade Beigeschmack, dass die Realwirtschaft in den USA nicht rund läuft. Ein Indikator hierfür sind eben auch diese Bestandszahlen.

Heute Morgen bewegen sich die Ölnotierungen nur wenig auf niedrigem Niveau. Eine Gegenreaktion zum Preisrutsch der letzten zwei Tage ist aber wahrscheinlich. Sie wird aber nicht allzu stark ausfallen. Hierfür fehlen die Impulse. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 857,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,65 Dollar und in London zu 101,91 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 77,85 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Allerdings dämpft die Stärkung des Dollars den Abgang. Im kurzfristigen Preischart durchbrechen wir gerade im leichten Aufwärtstrend die untere Linie. Während der mittelfristige Heizölpreis-Abwärtstrend intakt ist. Die Chancen für günstigere Heizölpreise stehen deswegen nicht schlecht. Allerdings wird ein günstigerer Heizölpreis nicht vom Binnenmarkt kommen, sondern aus der Spekulation auf den internationalen Börsen herrühren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: EZB macht Geld locker
FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea
Einige kleine Infrastrukturstörungen
China wächst weiterhin

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
EIA-, OPEC- und IEA-Monatsberichte
US- und Nordseeförderungen steigen
Sehr viel Öl am Markt

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