Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizöl: Weltwirtschaftsmikado

Internationaler Markt

Nach durchwachsenen Konjunkturdaten und dem Beschluss der OPEC, die Förderquoten unangetastet zu lassen, brachen am vergangenen Freitag die Ölnotierungen ein. Zwar hat auch der Euro Federn lassen müssen, aber der Preisdruck an den Ölbörsen war stärker. Die derzeitige Situation in der Weltwirtschaft lässt an das Kinderspiel Mikado erinnern, bei dem die Spieler versuchen möglichst viele Punkte zu gewinnen, in dem sie kleine Holzstäbchen vom Spielfeld entfernen, ohne die verbleibenden Stäbchen zu bewegen. Übertragen auf die Nationen und internationalen Institutionen bedeutet dies, dass der Teilnehmer verliert, der sich zuerst bewegt. So bleibt ganz anders als im besagten Spiel der Tanz des Finanzmarkt-Derwischs ungebremst, nur dass der Finanzmarkt-Derwisch nicht der Askese verbunden ist, sondern dem Exzess. Die Beschlüsse der Notenbanken in Japan, den USA oder, wie nun anstehend, der EZB verbleiben in der unveränderten Haltung gegenüber dem Finanzmarkt. Die Politik des lockeren Geldes soll nicht geändert werden. Auch die OPEC reiht sich hier ein. Trotz historisch hoher Ölbestände werden die Quoten nicht verändert. Eine Änderung verhieße auch nichts Gutes, denn wer den Tanz des Derwisch stört, wird mit dem Fluch eines niedrigeren Ratings, einer Kapitalflucht oder einer Banken-Kernschmelze bedroht.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise gaben nach. Der deutsche Verbraucher hat sich am Mikadospiel nicht beteiligt. Viele haben kurzentschlossen zugegriffen und die günstigeren Heizölpreise als Gelegenheit zum Kauf erkannt. Im kurzfristigen Preischart weist die Entwicklung nach unten, ebenso im mittelfristigen. Aufgrund der guten Versorgungslage ist eine deutliche Umkehr zurzeit unwahrscheinlich. Im Jahresvergleich strebt der Heizölpreis wieder in Richtung des Preises aus dem Jahr 2011. Insgesamt könnte es kaum besser laufen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Nigerias Öllieferungen auf Vierjahrestief
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea
China wächst weiterhin
Notenbankgeld fließt noch locker

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
EIA-, OPEC- und IEA-Monatsberichte
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik ungewiss
Sehr viel Öl am Markt
Atomverhandlungen mit dem Iran werden im Juli fortgesetzt

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