Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizöl etwas billiger

Die Iranaffäre hat ihren letzten medialen Höhepunkt überschritten. Das heißt nicht, dass sie vom Tisch ist. Sie hat derzeit lediglich Schläferstatus. In diese Situation fällt die Meldung, dass China seine Importe aus dem Iran im Februar um 40 Prozent gegenüber Vorjahr reduziert hat. Die Importe aus Saudi Arabien wurden hingegen um 38,6 Prozent erhöht. Allem Anschein nach gibt es so etwas wie eine stillschweigende Beteiligung an den Iran-Sanktionen. Offiziell hält China davon nichts.

Monatszahlen sind eine wenig verlässliche Größe zur Beurteilung eines Sachverhalts im Ölmarkt, da sie durch einzelne Schiffsladungen starke Schwankungen erfahren können. Die Tendenz der genannten Zahl für die Importe aus dem Iran wird aber durch die Quartalszahl von Sinopec, dem größten chinesischen Ölunternehmen, untermauert. Sie zeigt einen Rückgang um 50 Prozent. Auf Jahressicht plant das Unternehmen allerdings nur eine Reduzierung iranischer Lieferungen um 10 bis 20 Prozent. Mit der zusätzlichen Information, dass China im Februar die höchste jemals verzeichnete Menge Öl importierte, lässt sich erahnen, wie hoch der Verlust derzeit für den Iran ist. An der Durchsetzung des Atomprogramms ändert das dem Vernehmen nach nichts.

Gestern wurden mit den US-Bestandsdaten weitere Zahlen veröffentlicht, die häufig Quelle einer Missinterpretation sind, wenn sie ohne die längerfristige Betrachtung gelesen werden. Die aktuellen Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) sind diesbezüglich relativ unkritisch, weil sie keine Extreme aufweisen. Die Tatsache, dass beide Zahlensätze ähnlich sind, verleiht ihnen zudem eine ordentliche Glaubwürdigkeit. Im Einzelnen lauten sie wie folgt:

Rohöl: -1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,4 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 0,6 (DOE) bzw. 2,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung ist auf 82 Prozent gesunken. Die Gesamtbestände liegen zwei Prozent unter Vorjahresniveau. Angesichts des Nachfragerückgangs in den USA kommt dieser Sachverhalt einem Bestandsaufbau gleich.

Die Ölnotierungen verhielten sich nach Preisgabe der Daten uneinheitlich aber zu den Zahlen passend. Gas Oil und Heating Oil gaben nach. Rohöl notierte seitwärts. Insgesamt hatte der Börsentag gestern nichts Aufregendes zu bieten. Selbst negative Konjunkturdaten aus den USA und aus China fallen unter die Kategorie, da auch sie nur Teil einer langen Datenflut sind, deren Charakter durch Einzelheiten kaum beeinflusst wird. In einer längerfristigen Betrachtung treten die USA wirtschaftlich eher auf der Stelle, während China rasant wächst.

Heute Morgen schwingen die Ölnotierungen schon wieder seitwärts. Der bullische Lauf ist ihnen dank der ruhigeren Betrachtungsweise der Iranaffäre abhanden gekommen. Die Tonne Gasöl kostet 1.032,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 106,53 Dollar und in London zu 123,83 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 75,51 Eurocent.

Unsere Heizölpreise geben den dritten Tag in Folge nach. Wechselweise sind Öl-, Dollar- oder beide Notierungen dafür verantwortlich. Angesichts der latenten Gefahr, die durch die Iranaffäre über den Ölpreisen schwebt, ist die Entwicklung erfreulich. Ihr fehlt allerdings noch der letzte zum Kauf einladende Effekt von weitern vier bis fünf Cent Preisrückgang. Man darf darauf hoffen, man sollte aber nicht fest darauf setzen, dass er kommt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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