Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizöl ist der Hit

Es war durchaus eine Überraschung, was als jüngste Erkenntnis über die US-Ölvorräte gemeldet wurde. Statt eines kräftigen Plus beim Rohöl wurden gestiegene Vorräte für Heizöl, Diesel und Benzin gemeldet. Rohöl ließ einige Barrel nach. Damit ist die Angst vor einer zu knappen Heizölversorgung im kommenden Winter weitgehend verflogen. Verflogen ist auch der Hang zum hohen Preis. Fallend ist jetzt in.

API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy) gaben folgende Zahlen über die Bestände an: Rohöl ?1,9 bzw. -1,8 Mio. Barrel. Heizöl und Diesel +2,7 bzw. +2,6 Mio. Barrel. Benzin +3,0 bzw. +1,4 Mio. Barrel. Mit Ausnahme des Benzins herrscht erstaunliche Übereinstimmung. In Summe über alle Produkte kommen deutliche Zunahmen der Vorräte von 3,8 bzw. 2,2 Mio. Barrel heraus. Das reicht, um den Preisen in einer ersten Attacke zuzusetzen. Der Preisrückgang konnte allerdings nur knapp ein neues Tief im kurzfristigen Verlauf markieren. Sehr überzeugend fiel das nicht aus.

Dennoch deutet sich jetzt im Preischart an, was fundamental seit Tagen diskutiert wird. Es gibt eine klare Tendenz zu sinkenden Preisen. Die sollte Rohöl um etwa zwei Dollar pro Barrel verbilligen.

Eine Gegenwehr könnte allerdings von der Beurteilung der Rohölversorgung kommen. Die Importe sind inzwischen gegenüber dem letzten Jahr auf tieferem Niveau. Wenn die OPEC ab dem 1. November die Hähne etwas zudreht, wird das neuen Diskussionsstoff an den Märkten geben, der einen weiteren Abwärtsverlauf verhindern könnte. Auf der anderen Seite stehen höhere Heizölimporte als im Vorjahr. Die sollten eine schlechte Meinung von der Rohölseite kompensieren.

Zusätzliche Tendenzen zu sinkenden Preisen schafft derzeit das Innenleben der OPEC. Es heißt, dass die Mitglieder sich in Unstimmigkeiten verstrickt haben, die soweit gehen, das der Iran mit Austritt droht. Das wurde natürlich dementiert. Aber die daraus abgeleiteten Impulse auf die Preise stehen.

Positiv im Sinne der Verbraucher entwickelt sich mal wieder der Dollar. Das Vertrauen in die US-Wirtschaft steht auf wackeligen Beinen. Deshalb muss die Währung Federn lassen und schaukelt erneut gegen das Drei-Jahres-Tief.

Der Gasölpreis bleibt erstaunlicherweise relativ hoch. Heute Morgen kostet die Tonne 263$. Nach einem kräftigen Preiseinbruch konnte sich Gasöl gestern sogar verteuern.

Unsere Heizölpreise sollten fallen. Dabei kommt der klarere Einfluss nicht vom Ölmarkt sondern vom Dollar. Der Ölmarkt müsste in den nächsten Tagen ebenfalls Verfallstendenzen ausüben. Derzeit kämpft das europäische Gasöl allerdings noch auf zu hohem Niveau. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die Preise kurzfristig nachgeben. Mittelfristig sehen wir sie eher in einem Seitwärtsverlauf.

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