Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizöl wird billiger

Der Iran liefert kein Öl mehr nach Griechenland und Spanien. Während die Meldung vor wenigen Wochen für einen zackigen Preissprung gut war, kam sie gestern als unbedeutende Randnotiz herein. Die Iranaffäre schmerzt nicht mehr. Dabei hat Teheran seine Position nicht geändert. Geändert hat sich aber der bellende Ton Israels (soweit es nicht um Günter Grass geht). Die relative Stille wurde durch einen zweifelhaften Deal mit den USA erkauft. Längerfristig droht wahrscheinlich noch größeres Ungemach als bisher. Aktuell wenden Ölpreisjongleure ihre Blicke weg vom politischen Säbelrasseln und hin zur wirtschaftlichen Entwicklung der globalen Leistungsträger. Die sieht eigentlich nicht schlecht aus. Aber Wachstumsfundamentalisten wollen mehr. Das bekommen sie nicht. Stattdessen müssen sie zur Kenntnis nehmen, dass der US-Ölverbrauch auf ein 15-Jahres-Tief gesunken ist. Die für dieses Jahr prognostizierte Steigerung wird nach Lage der Dinge nicht eintreten. Global sollte dennoch ein Plus zustande kommen. Dafür sorgt China. Es hält seine Verbrauchssteigerung hoch, obwohl es bei der Konjunkturerwartung Abstriche gibt. Der schwache Ölverbrauch der USA und anderer Industrienationen sowie das Hochfahren der OPEC-Produktion als Beruhigung der Sorgen zur Iranaffäre haben für einen satten Aufbau der Bestände gesorgt. Die drücken nun auf den Preis. Die Notierungen gaben gestern deutlich nach. Die Lage erinnert an das Vorjahr. Nach einem rasanten Preisanstieg wegen der Revolution in Libyen und der damit verbundenen Lieferausfälle kamen die Preise zurück, als klar wurde, dass der Ölmarkt beherrschbar bleibt. So scheint es nun auch zu kommen.

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Knappe Reservekapazitäten der Förderung
Ausfälle von Lieferungen aus Nordsee, Südsudan, Jemen, Kanada, Iran, Brasilien
Asiatische Ölnachfrage wächst
Iran stoppt Lieferungen nach Griechenland und Spanien
Ölembargo gegen den Iran

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: OPEC liefert mehr Öl
Hohe Ölbestände weltweit
Schwache Nachfrage der reifen Industrienationen
Chinas Konjunktur drosselt hohes Wachstum
Diplomatie zum iranischen Atomprogramm lebt noch
Freigabe strategischer Reserven möglich

Unsere Heizölpreise sinken. Sie durchbrechen dabei die Unterstützungslinie des kurzfristigen Aufwärtstrends. Der längerfristige Aufwärtstrend ist davon unberührt. Auch das passt ins Bild des Vorjahres. Die sinkenden Ölpreise am Weltmarkt reichten im Binnenmarkt nur für eine Seitwärtsbewegung. Es kommt allerdings auf den Blickhorizont an. Kurzfristig kam sehr wohl ein Abwärtstrend zustande. Und den könnte es nun wieder geben. Die Lage sieht im Augenblick hoffnungsvoll aus, solange man sich nicht von exorbitanten Preiseinbruchsideen leiten lässt. Die werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit enttäuscht. Ein moderater Preisrückgang in der Dimension des Vorjahres ist aber drin. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es mehr denn je angebracht ist, sich mit der Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu beschäftigen. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren elektronischen Peilstab. Mit ihm lässt sich der Verbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

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