Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreis: Eurokurs runter, Ölpreise rauf!

Internationaler Markt

Schlechter kann es zurzeit kaum für den deutschen Heizölverbraucher laufen. Der Dollar steigt und steigt und steigt. Seit dem ersten Februar 2013 erleben wir einen Außenwertverfall des Euro im Vergleich zum Dollar. Nachdem es vorgestern so aussah, dass man die Zypernkrise abhaken könne, folgten gestern die Nachbeben. Es gibt natürlich unterschiedliche Meinungen, aber die Mehrheit sieht in der Zypern-Lösung einen logischen, aber fatalen Kompromiss. Sicher müssen kaputte Banken abgewickelt werden. Das Problem verschärft sich erst dann, wenn man in einer europaweiten Bankenkrise steckt. Das Beispiel Zypern zeigt nun allen Bankkunden in Portugal, Spanien, Italien und vielleicht sogar in Frankreich, dass Guthaben über 100.000 Euro verteilt und am besten bereits jetzt außer Landes geschafft werden sollten. Der Druck auf die Banken in diesen Ländern wird stärker werden. Zeitgleich existieren z.B. in Portugal im Verhältnis zu seiner Größe nicht so viele hohe Bankguthaben wie in Zypern. Die europäischen Finanzminister hatten im Fall Zypern bereits mit europäischen Regeln zur Sicherung von Sparguthaben unter 100.000 Euro gebrochen, als sie dem ersten Rettungspaket Zyperns zustimmten, der vorsah, dass alle Sparer zur Finanzierung der Rettung herangezogen werden sollten. Wenn eines sicher ist, dann dass in Europa keine Regeln, Verträge und Gesetze gelten. Und diese Verunsicherung schickte den Euro nach einem Tag Verschnaufpause weiter in den Keller.

Es konnte deswegen nicht schlechter laufen, weil neben einem schwachen Euro auch noch anziehende Ölnotierungen hinzukamen. Die turnusgemäß veröffentlichten Daten zu den US-Ölbeständen wurden wieder geliefert. Sie gaben insbesondere im Heizöl- und Dieselbereich einen Anschub. Gasöl verteuerte sich besonders, weil der Abbau der Heizöl- und Dieselbestände über den Erwartungen lag. Im Einzelnen meldeten DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) folgende Daten zur Veränderung gegenüber Vorwoche:

Rohöl: +3,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -4,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,9 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 2,9 (DOE) bzw. 0,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf knapp 86 Prozent. Das Ende der Wartungssaison bei den Raffinerien wird erwartet. Der Wert ist aber für die gestrige Preisentwicklung unerheblich gewesen.

Heute Morgen lauten die wesentlichen Notierungen wie folgt: Für die Tonne Gasöl werden 917,00 Dollar bezahlt. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 96,75 Dollar und in London zu 110,01 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 82,04 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Der Euro bleibt größte Gefahr für die Entwicklung des Heizölpreises. Das wird dann deutlich, wenn der Ölpreis steigt. Hinzu kommt, dass die Nachfrage im Inland diese Woche besonders hoch ist. Die Auftragsbücher der Heizölhändler sind gefüllt. Außerdem scheinen sich mehr Verbraucher als normal in Bezug auf die Reichweite ihres Heizöl-Vorrates verspekuliert zu haben. Notbestellungen vor Ostern sind ebenfalls für die gestrige Verteuerung mit verantwortlich. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
Verunsicherung in der Eurozone
China wächst weiterhin
EIA sieht Nachfrage derzeit größer als das Angebot
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Förderung steigt deutlich
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Genug Öl am Markt
US-Raffineriekapazität steigt in Kürze wieder

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: HeikoHarlapp@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen