Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreis auf Winterhoch

Getrieben von diversen politischen Störungen zogen die Preise in der letzten Woche deutlich an. Die für die Ölpreisbildung relevante politische Lage lässt auch in den kommenden Tagen und Wochen eine raue Gangart erwarten. Eine Rückkehr zum Aufwärtstrend ist aber recht unwahrscheinlich, da die Versorgungslage gegenwärtig ausgezeichnet ist. Der Dollar schwenkt in einen Abwärtstrend ein. Die Entwicklung entspricht den Erwartungen vieler Währungsanalysten.

Der Atomstreit mit dem Iran erlebt heute seine Fortsetzung bei dem Treffen der IAEA (Internationale Atomenergie Kommission). Im Resultat erwartet man eine Überweisung der Sache an den Weltsicherheitsrat. Der Iran verkündete in der letzten Woche, dass er unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen über eine Atomanreicherung in russischen Anlagen an der Entwicklung eines eigenen geschlossenen Brennstoffkreislaufs festhalten wird. Grundsätzlich besteht bei einer Eskalation des Streits die Gefahr, dass der Iran am Ölhahn dreht und damit die Preise auftreibt. Dass dieser Fall aber Wirklichkeit wird, erwartet z.Z. kaum ein Kenner der Ölszene. Die wirtschaftliche Abhängigkeit vom Öl betrifft nicht nur die Verbraucherländer, sie betrifft auch den Lieferanten Iran.

Venezuela meldete sich zuletzt mehrfach mit der Androhung eines Lieferstopps gegen die USA zu Wort. Man will damit die politische Einflussnahme beenden, die als erhebliche Störung der eigenen Politik empfunden wird. Nun führt Venezuela die Fraktion innerhalb der OPEC an, die auf Lieferkürzungen drängt. Der Markt sei z.Z. überversorgt. Ein Preisverfall wird befürchtet. Die Spitzen des Kartells treffen sich am Mittwoch, um über die weiteren Quoten zu beschließen. Das Ergebnis des Treffens kann kurzfristig Wirkung zeigen. Längerfristig wird es vollkommen bedeutungslos bleiben. Die OPEC wird auch weiterhin in der Nähe ihrer Förderfähigkeit operieren. Ob die Förderreserve eine, zwei oder fast drei Mio. Barrel beträgt, ist für die langfristige Preisentwicklung nicht von Bedeutung. Sie ist in jedem Fall zu gering, um eine gravierende Störung z.B. durch den Wegfall der iranischen oder der nigerianischen Mengen aufzufangen.

Nigerianische Rebellen versuchen eine vollständige Unterbrechung des durch ausländische Gesellschaften geförderten Öls zu erreichen. Auch wenn das totale Ziel nicht gelingt, muss mit andauernden Behinderungen gerechnet werden, die den Preisen nicht gut bekommen.

Trotz des widrigen politischen Umfelds gehen die großen Spekulanten mittelfristig nicht von dauerhaft steigenden Preisen aus. Das lässt sich zumindest aus ihrer Positionierung im Markt schließen. Eine Mehrheit hält weiterhin Kontrakte auf fallende Preise. Damit würdigt sie vermutlich die gute Versorgungslage und ihre Absicherung durch üppig gefüllte Lager.

Heute Morgen geben die Preise weltweit nach. Die Bewegung wird der Erwartung, dass sie sich bei kräftigen Ausschlägen seitwärts entwickeln werden, gerecht. Gasöl kostet 562,50 $ pro Tonne.

Unsere Heizölpreise geben nach. Sie hatten mittlerweile ein neues Winterhoch erreicht. Das lag allerdings noch bis zu 15 Prozent unter den Spitzenwerten des vergangenen Spätsommers. Etwas Preisnachlass ist in den kommenden Wochen durchaus zu erwarten. Von einer Spekulation auf die kommenden Sommerpreise ist aber abzuraten. Die vielfach zitierte Meinung, dass die Preise im Sommer billiger seien, ist absolut unzutreffend. Siehe hierzu Chart.

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