Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreis im Abgang: Nun reicht es erstmal

Internationaler Markt

Der Abgang der Ölnotierungen während der letzten drei Wochen war stark. In der Höhe annullierte er die Risikoprämie, die durch den Einfall der ISIS-Krieger im Irak aufgebaut wurde. In der Sache nahm er einen Teil der drohenden irakischen und einen Teil der libyschen Ausfälle bei den Öllieferungen heraus. Die Gefahr, dass die ISIS-Truppen die Ölinfrastruktur im Irak erreichen und schädigen werden, wird derzeit gering bewertet. Libyen überraschte zuletzt mit dem vollkommen unerwarteten Wiederaufbau der Ölexportfähigkeit.

Gestern stoppte der Abgang der Ölnotierungen. Dieser Umstand ist eher charttechnisch als fundamental begründet. Wie zuvor beim Anstieg wurde eine Übertreibung aufgebaut, die nach Ausgleich verlangt. Der Markt beziehungsweise seine Teilnehmer müssen einmal durchatmen. Fundamental gibt es zumindest eine kleine Assistenz durch den Umstand, dass man nach den libyschen Ankündigungen nun Taten sehen möchte. Realisierte Exporte, die die jüngste Vergangenheit übertreffen, stehen aus.

Eine erneute Umkehr der Preisbewegung sollte mit dem gestrigen Preisanstieg nicht eingeleitet sein. Dazu gilt der physische Markt als zu entspannt. Denn trotz der geopolitischen Verwerfungen wartet er mit einem guten Angebot auf. Das kommt unter anderem darin zum Ausdruck, dass die OPEC keine Produktionssteigerung in diesem Jahr erwartet, nicht weil sie nicht könnte, sondern weil sie nicht muss. Die globale Nachfragesteigerung wird nach Ansicht der OPEC-Statistiker durch die Produktionssteigerung der Nicht-OPEC-Staaten gedeckt.

Im weiteren Verlauf werden die Ölnotierungen vermutlich auf einen Seitwärtskurs einschwenken. Das schließt die Möglichkeit zu etwas mehr Abgang durchaus ein. Heute Morgen sehen wir ein wenig Reduzierung des gestrigen Anstiegs. Ein Tagestrend ist darin noch nicht zu erkennen. Die Tonne Gasöl kostet 892,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,73 Dollar und in London zu 108,59 Dollar gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3602 US-Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise stoppen ihren Abstieg in dem Moment, in dem die kurz- und mittelfristigen Aufwärtstrends geknackt sind. Das weist darauf hin, dass sie erneut eine Grenze erreicht haben. Das weist nicht darauf hin, dass nun wieder ein spürbarer Anstieg folgen muss.

Die aktuellen Preise haben im Binnenmarkt einen wahren Kaufrausch ausgelöst. Die Lieferfähigkeit des Handels ist davon noch nicht berührt. Alles läuft super. Selbst die kleinen Rabatte in den Preisen existieren noch. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt, dass ein großer Käuferschwarm entstanden ist. Die Preise werden nun offensichtlich als sehr kaufenswert eingeschätzt.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt ihnen in den meisten Regionen Deutschlands Recht. In wenigen Regionen blieb die Kaufempfehlung bisher aus. Das heißt nicht, dass ein Kauf derzeit falsch wäre. Ein Bewertungssystem allein ist generell eine ungenügende Grundlage für die Beurteilung der Preise. Für die Meinungsbildung sollte man mehrere Instrumente heranziehen und diese gewichten. Und nicht zuletzt ist der Preis im Kontext mit der eigenen Vorratslage zu beurteilen.

Unsere Leser glauben mehrheitlich an noch tiefere Preise. Mittlerweile heißt das nicht mehr, dass sie mit der aktuellen Lage unzufrieden sind und die erwartungsgemäße Spekulation praktizieren. Viele Kunden erahnen lediglich tiefere Preise, lassen es aber mit dem Erreichten gut sein und ordern. Wer dennoch weiter auf tiefere Preise setzt, sollte sich des Risikos einer grenzwertigen Wette bewusst sein und die Preisbildung eng verfolgen.

Der aktuelle Preisrückgang findet nun wieder im Rahmen der Abwärtstrends statt. Diese sind in den verschiedenen Zeitstufen unterschiedlich steil. Der kurzfristige Trend ist nahe an einer Seitwärtsbewegung. Der längerfristige Trend macht Hoffnung auf noch mehr Abgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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