Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Öl aus Russland nicht sanktioniert

Internationaler Markt

Da sind sie also, die EU-Sanktionen gegen Russland. An den Ölbörsen nahm man den Vollzug der Ankündigung gelassen zur Kenntnis, da essentielle Energieströme nicht betroffen sind. Die Notierungen bleiben auf Seitwärtskurs. Marktbeobachter erwarten keinen Effekt auf die Versorgungslage. Die ist derzeit so gut wie lange nicht mehr. Dass die Preise dennoch „nur“ stabil sind und nicht fallen, wird den geopolitischen Unruheherden zugeschrieben. Sie sorgen für einen latenten Risikoaufschlag.

An den Ölbörsen dürfte sich die lockere Sicht auf den Ost-West-Konflikt um die Ukraine erst ändern, wenn Russland die Sanktionen mit eigenen Maßnahmen beantwortet, zum Beispiel durch die Drosselung der Gas- und Öllieferungen. Wenn das im Winter geschieht, sind die Bullen los.

Die aus Verbrauchersicht gute Marktlage kommt im Wesentlichen durch die unverkaufbaren Ölmengen in Westafrika und Libyen sowie durch die stabile Liefersituation im Irak zum Ausdruck. Dabei sind alle Regionen politisch höchst instabil. Verlässlichkeit sieht anders aus. Hilfreich für den Erhalt der relativ moderaten Preise ist zudem die gesunkene Erwartung an das globale Wirtschaftswachstum.

Heute Morgen tendieren die Ölnotierungen wieder seitwärts. Eine nennenswerte Abweichung vom Kurs erwarten wir nicht. Ein wenig Aufwärtstendenz könnte heute Nachmittag von den US-Bestandsmeldungen kommen. Die Tonne Gasöl kostet 892,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,10 Dollar und in London zu 107,50 Dollar gehandelt. Der Dollar kostet 0,7460 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise stecken weiterhin im kurzfristigen Aufwärtstrend. Darin zeigen sie eine kleine Gegenbewegung. Mehr als die Ölnotierungen setzt ihnen der immer stärkere Dollar zu. Im 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz sieht die Angelegenheit sehr unfreundlich aus. Die anderen Zeiteinstellungen zeigen aber, dass die Situation nicht vollständig bullisch ist.

Der Binnenmarkt läuft mittelmäßig. Mehr Geschäft würde dem Handel besser gefallen. Darum bemüht er sich mit Rabatten in Preisen. Verbraucher können sie angesichts der übergeordneten Tagesschwankungen von den Börsen kaum wahrnehmen. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt das Gros der Kunden mit ihrem Verhalten, dass die Preise derzeit akzeptabel sind. Von denen, die sich informieren, wird Heizöl im durchschnittlichen Maß gekauft.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das heißt nicht, dass der Preis schlecht ist. Man muss ihn im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten. Unsere Leser wechseln in diesen Tagen häufig ihre Erwartung an die Preisentwicklung. Sie sind vom Gerangel um Sanktionen gegen Russland verunsichert. Momentan überwiegt die Hoffnung auf eine Beruhigung der Lage und die Rückkehr zu tieferen Heizölpreisen. Wer darauf setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung ist im kurzfristigen Bereich aufwärts gerichtet. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Mit etwas mehr Toleranz könnte man die kurzfristige Entwicklung auch noch als Seitwärtstrend interpretieren. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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