Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ölbörsen von US-Bestandsdaten unbeeindruckt

Internationaler Markt

Die in den USA wöchentlich veröffentlichten Bestandsdaten werden an den Börsen immer mit Wetten auf steigende bzw. auf fallende Ölpreise verbunden. Diese Woche hatten die Veröffentlichungen so gut wie keinen Einfluss auf die Preisentwicklung. Die Angaben und die Erwartungen, sowie die Einschätzung der realen Wirtschaftslage ließen keine eindeutigen Impulse zu. Dafür waren die Veränderungen zu gering und entsprachen in Teilen den Erwartungen, liefen ihnen im gleichen Maße aber auch entgegen. Ansonsten war der Tag arm an Ereignissen, die einen Einfluss hätten haben können. Letztendlich bleibt die Versorgungslage gut.

Politisch verursacht Russland eine erneute Verschiebung einer Grenze. Diesmal allerdings rein diplomatisch bzw. wirtschaftlich. Laut der Nachrichtenagentur Reuters steht ein Abkommen zwischen Russland und dem Iran kurz vor dem Abschluss. Das Abkommen sieht vor, iranisches Öl gegen russische Güter zu tauschen. Im Gespräch seien ca. 500.000 Barrel täglich, die der Iran an Russland liefern könne. Im Gegenzug liefert Russland Nahrungsmittel und technische Ausrüstung, aber keine militärischen Mittel. Der Preis soll einige wenige Dollar unter dem Marktpreis liegen. Brisant wird dieses Abkommen durch das quasi Unterlaufen der Sanktionen gegen den Iran wegen dessen Atom-Programm. Die USA kritisieren das Vorgehen Russlands, scheinen aber kein großes diplomatisches Theater aufführen zu wollen, wohlwissend, dass dies sowieso nur die Machtlosigkeit der USA zeigen würde.

So bleiben die Veröffentlichungen über die Veränderungen in den US-Beständen die einzige Meldung des Tages, die, wie schon beschrieben, ebenfalls kaum Impulse gesetzt hat. Hinzu kommt, dass die Meldungen der veröffentlichenden Institute uneinheitlich waren. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) meldeten folgende Veränderungen für die vorangegangene Woche:

Rohöl: -2,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,2 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von -3,4 (DOE) bzw. -5,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt 88 Prozent. Die gestiegene Raffinerieauslastung konnte keine höhere Umsetzung des Rohöls herbeiführen. Ebenso sind die Abbauten bei Benzin und Heizöl, das ja einen Zuwachs erfuhr, geringer als erwartet. Unter anderen Umständen und mit anderen Erwartungen hätten die Zahlen für einen preistreibenden Einfluss sorgen können. Die Gesamtlage ließ aber keinen Preisschub zu.

Heute Morgen tut sich an den Ölbörsen wenig, zumindest wenig Neues. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 879,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 99,44 Dollar und in London zu 104,89 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,67 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise fielen weiter. Auch am Abend konnten noch einmal Preisnachlässe beobachtet werden. Sie sind wieder auf Kurs in Richtung der letzten Tiefststände. Der Abgang wird durch die Ölbörsen vorgegeben. Der Euro hat wenig Einfluss. Die Heizölpreis-Entwicklung zeigt streng nach unten und ist nun wieder fest im Abwärtstrend. Auch der Abstand zu den letzten Jahren ist wieder größer geworden. Rechnerisch ist der beste Kaufmoment aber noch nicht erreicht. Der Binnenmarkt ist zurzeit sehr ruhig. Deswegen werden wieder verstärkt Rabatte gewährt. Mit über 85 Prozent glauben unsere befragten Nutzer an einen weiteren Heizölpreis-Abgang. Wir sehen die Entwicklung ähnlich. Unsere Empfehlung lautet: Wer nur noch wenig Heizöl im Tank hat, kann ohne Sorge kaufen. Eine Notbestellung würde den günstigen Moment unnötig verteuern. Wer Zeit hat, kann getrost noch abwarten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen droht zu zerreißen
Ausfälle in Nigeria
Unruhen in Venezuela

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Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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